Afro-Star N'Dour kommt auf Tour
Bis in jüngste Zeit spielten afrikanische Popstars kaum mehr als eine Domestikenrolle für Musiker aus Europa und den USA, die vom Ideenschwund befallen waren. Mit Hilfe südafrikanischer Musiker brachte der US-Veteran Paul Simon seine stagnierende Karriere wieder in Schwung, und der Brite Peter Gabriel landete einen Welterfolg, indem er seinen abgehangenen Oberschüler-Pop durch die Stimmgewalt des senegalesischen Sängers Youssou N'Dour veredelte. Jetzt tritt N'Dour, 29, aus dem Schatten seines Gönners - mit der LP »The Lion« (Virgin) und einer Tournee, die ihn und seine Band »Super Etoile de Dakar« vom 1. bis 4. Juli nach Deutschland führt. Mit der Musik seiner neuen Platte orientiert sich das Idol der Jugend Westafrikas an den Hörgewohnheiten des internationalen Publikums. Ethno-Puristen werden die stilistische Öffnung als Traditionsverrat beklagen, dem unvorbelasteten Popkonsumenten aber erschließen sich bisher unbekannte Reize.