Ahmad Jamal, 92 – Nachruf - DER SPIEGEL
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Gestorben Ahmad Jamal, 92

• aus DER SPIEGEL 17/2023
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Rose Dalle / DALLE APRF / picture alliance

Er war ein konservativer Revolutionär. Während um ihn herum das heroische Zeitalter des Jazz tobte, die große Zeit von Mitte der Fünfziger- bis zum Ende der Sechzigerjahre, als all diese jungen schwarzen Männer mit ihren Instrumenten immer freier, lauter und experimenteller werden wollten und eine neue Musik erfanden, da blieb Ahmad Jamal zurückhaltend. Doch er prägte diese Musik wie nur wenige andere: Mit seinem Gefühl für Raum, den er den Noten ließ, einem spezifischen Rhythmusgefühl wurde er später auch für viele Hip-Hop-Künstler noch attraktiv. Miles Davis liebte ihn ebenfalls und ging seinen Musi­kern immer wieder auf die Nerven, wenn er sie drängte, so zu spielen wie Jamal. Der kam aus Pittsburgh, lernte als kleiner Junge Klavier zu spielen und ging als junger Mann nach Chicago, wo er zum Islam konvertierte. Sein Album »At the Pershing: But Not for Me« war ein riesiger Erfolg, es blieb zwei Jahre lang in den amerikanischen Billboard-Charts. Er hörte nie auf zu spielen und wehrte sich dagegen, wenn er für seine Vergangenheit gefeiert wurde: »Ich entwickle mich immer noch weiter, wenn ich mich ans Klavier setze«, sagte er der »New York Times« im vergangenen Jahr. »Ich habe immer noch neue Ideen.« Ahmad Jamal starb am 16. April in Ashley Falls, Massachusetts.

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