Fotografie Bacons Auge
Schönheiten und Exzentriker, Nobodies und Berühmtheiten - die Porträts des englischen Fotografen John Deakin (1912 bis 1972) zählen zu den bedeutendsten Werken der europäischen Fotografie-Geschichte nach 1945. Deakin, der in den fünfziger Jahren Redaktionsfotograf der britischen Modezeitschrift Vogue in London war, inspirierte sogar den Maler Francis Bacon, der einige seiner großen Gemälde nach Porträtfotografien von Deakin schuf. Jahrhundertfiguren wie Pablo Picasso und Gina Lollobrigida, John Huston, Maria Callas und Luchino Visconti ließen sich von dem Meister ablichten, der selbst meist am Rande des Existenzminimums lebte. Nach seinem Tod gerieten die Arbeiten zunächst in Vergessenheit. Jetzt zeigt die »National Portrait Gallery« in London das außergewöhnliche Werk, das von Juli bis Oktober dieses Jahres auch im Münchner Stadtmuseum zu sehen sein wird - zum erstenmal in Deutschland. Die Fotografien, zum Teil in zerknittertem Zustand in Bacons Atelier aufgefunden, werden zugleich in einem opulenten Bildband präsentiert (John Deakin: »Photographien«. Schirmer/Mosel-Verlag; 144 Seiten; 98 Mark).