Ballett - DER SPIEGEL
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Ballett

• aus DER SPIEGEL 24/1972
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Der holländische Choreograph Hans van Manen bringt die in Routine erstarrte deutsche Tanzkunst in Schwung. Der ehemalige künstlerische Leiter des stilbildenden Nederlands Dans Theaters, der in seinen Mixed-Media-Balletten mit Vorliebe Kunst-Objekte, Filme und Alltagsrequisiten verwendet, war in bundesdeutschen Opernballetten jahrelang auf wenig Gegenliebe gestoßen. Das änderte sich, seit er 1971 in Düsseldorf sein »Keep Going« zu Luciano Berias »Sinfonia« inszenierte. Daß van Manen zur Spitzentruppe der Avantgarde-Choreographen gehört, zeigte er letzten Sonntag -- wiederum in der Düsseldorfer Oper -- mit der Premiere seiner »Squares«. In dem vor drei Jahren entstandenen Ballett führt der Choreograph fünf Tänzer-Paare in weißen Trikots zu -- magisch rot und grün beleuchteten -- abstrakten Bewegungsplastiken zusammen. Dabei geht es van Manen um das Zusammenspiel von Choreographie, Objektkunst und Erik Saties in verschiedenen Versionen dargebotener Musik »Trois Gymnopédies«, die nach Cocteau »die Vision von nackten Tänzern auf einer griechischen Vase« hervorruft.

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