»Baran« - DER SPIEGEL
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Kino in Kürze »Baran«

• aus DER SPIEGEL 8/2003
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ist ein Mädchen, hat sich als Junge verkleidet, um als Hilfsarbeiter auf dem Bau den Unterhalt der in Not geratenen Familie zu sichern. Das klingt wie ein orientalisches Märchenmotiv und bekommt doch in den

Händen des iranischen Regisseurs Majid Majidi scharf realistische Züge: Durch die Großbaustelle im gebirgigen Norden, wo man Baran auf Probe genommen hat, pfeift ein eisiger Schneewind; ihre Kollegen stammen, wie Baran selbst, aus einem Lager afghanischer Flüchtlinge, die sich als Schwarzarbeiter ausbeuten lassen; und der Blick eines jungen Verliebten durchschaut ziemlich bald die Verkleidung des Mädchens. Bilder aus denkbar fremdartigen, harten, bedrückenden Lebensverhältnissen, gezeichnet mit einem zärtlichen, geradezu lyrischen Sinn für die Feinheit einfacher Gesten, Blickwechsel, Zeichen: Auch von dem neuen Film des iranischen Einzelgängers Majidi, 43, geht ein geheimnisvoller Zauber aus.

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