Barbara Noack, 98 - Nachruf - DER SPIEGEL
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Gestorben Barbara Noack, 98

• aus DER SPIEGEL 52/2022
Foto: C. Hess / picture alliance / SZ Photo

Das erste Manuskript der Schriftstellerin wurde von vielen Verlagen abgelehnt. Zu heiter sei es, die Leser wollten lieber mitleiden als lachen, hieß es. Das erzählte Barbara Noack der Fachzeitschrift »Buch­report«. Der Erfolg sollte ihr später recht geben, 1955 legte sie mit ihrem Debütroman »Die Zürcher Verlobung« den ersten Stein ihrer langen und produktiven Karriere. Noack war von den Fünfzigerjahren an mit Unterhaltungsliteratur ex­trem erfolgreich. Vor allem mit der TV-Serie »Der Bastian«, für die sie das Drehbuch schrieb, erreichte sie ein Millionenpublikum und veröffentlichte 1974 auch den gleichnamigen Roman. Begonnen hatte sie allerdings als Journalistin und Illustratorin. Sie studierte kurz Anglistik, wurde dann jedoch zur Arbeit in einer Munitions­fabrik verpflichtet. Aber die Liebe zur Literatur, zu leichten, lockeren Geschichten, ließ sie nicht los. Sie schrieb, weil sie schreiben wollte; weil es ein Weg war, dem Job als Sekretärin zu entkommen. Auch ihre Leserinnen und Leser konnten mit Noacks Büchern eigenen schwierigen Situation entfliehen. Das war ihr wichtiger als irgendwelche Preise: »In Interviews bin ich häufig gefragt worden, wie viele Preise ich schon bekommen habe. Keinen einzigen! In Deutschland gilt es schließlich als Makel, Unterhaltungs­literatur zu schreiben.« In den Neunzigerjahren hörte sie weitgehend auf zu schreiben, sie habe sich selbst in den Ruhestand versetzt, sagte sie mal, sie habe geahnt, dass ihre Schreibmaschinen irgendwann kaputtgehen und sie mit Computern im Clinch liegen würde. Außerdem habe sie dabei auch zu viel geraucht. Barbara Noack starb am 20. Dezember in München.

RED
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