Barocker Effekt - DER SPIEGEL
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STADTPLANUNG Barocker Effekt

• aus DER SPIEGEL 40/2005
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Mit zwei spektakulär-kühlen Gebäuden für die Abgeordneten des Deutschen Bundestags hat sich der Münchner Architekt Stephan Braunfels im Schatten des Reichstags schon in Szene gesetzt. Nur die Fläche zwischen dem Paul-Löbe- und dem Marie-Elisabeth-Lüders-Haus, die sich an der Spree gegenüberliegen, war bislang städtebaulich noch nicht glücklich einbezogen. Nun hat Braunfels das nur 100 mal 100 Meter große Areal mit elegantem Minimalismus gestaltet und nennt das Terrain trotzig »Spreeplatz«. Am vergangenen Donnerstag wurde die Mini-Piazza feierlich eingeweiht. Mag Braunfels' Behauptung, hier einen echten Platz gestaltet zu haben, auch etwas übertrieben sein - das Resultat tut den Hauptstadt-Flaneuren gut. Sie brauchen Freiräume zum Rasten, und seien die noch so klein. Zum Ausruhen hat Braunfels für jedes Spreeufer eine Treppe zum Wasser entworfen. Er wollte damit einen »barocken Effekt« schaffen - auf historischem Hintergrund. Dort, wo die Stufen am Ostufer zum Fluss führen, sind zu DDR-Zeiten Flüchtlinge erschossen worden. Ein kleiner Platz mit tragischer Vergangenheit.

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