Barscher Räuber - DER SPIEGEL
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FILM NEU IN DEUTSCHLAND Barscher Räuber

• aus DER SPIEGEL 14/1968
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Lamiel -- Ich liebe die Liebe (Frankreich). »Die Liebe besteht«, erkannte Casanova« »zu dreiviertel aus Neugier.« Das Waisenmädchen Lamiel, eine Zeitgenossin des Erotologen, ist sehr neugierig.

Auf einem Bauernhof in der Normandie wehrt Lamiel noch strampelnd einen Briefträger ab. Aber unter der Anleitung eines machiavellischen Mediziners gewinnt sie bald Freude an der Bewegung und sucht nach neuen Teilnehmern.

Von der Scholle steigt sie auf zum Schloß, Herren von Geld und Adel betten sich ihr zu Füßen, und in der Pariser Oper erlebt sie den ersten Triumph -- zwei Rivalen beschießen sich.

Mählich merkt das Kind vom Land, daß die Männer sie nicht nur ihres Körpers wegen lieben -- sie gilt als Renommierstück, und das verdrießt sie. Einem barschen Räuber, der daherkommt, wirft sie sich an die Brust und stirbt, um ihn zu retten.

Jean Aurel (Regie) und Cécil Samt-Laurent (Buch), Fabrikanten gängiger Galanteriewaren, drehten ihr Kostüm-Kino nach einem guten Buch: Stendhals sozialkritisches Romanfragment »Lamiel« wird als Vorlage genannt, doch jedwede Ähnlichkeit ist rein zufällig.

Denn die Film-Lamiel, von der einstigen Godard-Gattin Anna Karina verkörpert, liebt sich gleich Barbarella durch eine flache Comic-strip- Welt, und wie es bei ihr da drinnen aussieht, ficht niemand was an.

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