»Bedeutender als der Louvre« - DER SPIEGEL
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KULTURPOLITIK »Bedeutender als der Louvre«

Klaus-Dieter Lehmann, 62, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, über die Berliner Museumsinsel
• aus DER SPIEGEL 14/2002
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SPIEGEL: Herr Professor Lehmann, das von Geldnot geplagte Berlin will die milliardenteure Sanierung der Museumsinsel nicht mehr mitfinanzieren, nach unseren Informationen hat der Bund - als Lohn für das Berliner Ja zum Zuwanderungsgesetz im Bundesrat - versprochen, den Hauptstadt-Anteil zu übernehmen. Begrüßen Sie das Einspringen des Bundes?

Lehmann: Das ist kein Einspringen, sondern eine von mir seit langem verfolgte Strategie. Die Planungssicherheit würde auch eine kleine Verzögerung aufwiegen - auch wenn das Pergamonmuseum 2010 erst teilweise für das Publikum zugänglich wäre.

SPIEGEL: Haben Sie die Bundesländer als Geldgeber ganz abgeschrieben?

Lehmann: Ich kämpfe um jedes einzelne Land. Für die Baukosten sollte der Bund zuständig sein, für die laufenden Kosten möchte ich den Bund und alle 16 Länder im Boot haben. Ich werde intensiv mit den einzelnen Staatskanzleien verhandeln. Wir sind eine nationale Stiftung des Bundes und der Länder.

SPIEGEL: Der Museumsinsel will der Bund Geld geben, den Berliner Theatern, oder wenigstens den drei Opernhäusern, nicht. Finden Sie das gerecht?

Lehmann: Aber sicher. Die Museen sind unser gemeinsames kulturelles Gedächtnis - das ist keine lokale Berliner Kultur-Angelegenheit. Wir stellen ja auch das gesamte Spektrum von Kunst und Kultur aus, in 17 Museen, der Staatsbibliothek und dem Staatsarchiv.

SPIEGEL: Was versprechen Sie dem Steuerzahler, wenn alles fertig ist?

Lehmann: Das am modernsten präsentierte Museums-Ensemble der Welt in einer architektonisch einzigartigen Hülle. Ohne unbescheiden sein zu wollen: Die Berliner Museumsinsel wird den Louvre an Bedeutung übertreffen.

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