Gestorben Belinda Bellville, 94
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Zu ihren Kundinnen zählten die oberen Zehntausend der britischen Gesellschaft, inklusive der Königsfamilie: Die Prinzessinnen Anne, Margaret und Diana ließen sich von ihr einkleiden; auch Audrey Hepburn, Jackie Kennedy oder Catherine Deneuve schätzten ihre Expertise. Belinda Bellville stammte selbst aus einer Upper-Class-Familie, in den kargen Kriegsjahren lernte sie zu improvisieren, mit ihrer Mutter nähte sie Kleidung aus jedem Material, das sie bekommen konnten, inklusive Gardinen. Als 17-Jährige wurde sie als Debütantin bei Hofe eingeführt, sie jobbte bei einem Fotografen und als Modeverkäuferin. Eine Ausbildung war für sie nicht vorgesehen, der Plan war, dass sie einen reichen Mann heiratete. Das tat sie 1952 und gründete 1953 trotzdem ihr Modelabel Bellville et Cie in London. Brautkleider waren bald ihr Metier, allein 1963 soll ihr Modehaus 100 Bräute für den Altar schön gemacht haben. 1970 gründete sie zusammen mit dem Designer David Sassoon das gemeinsame Label Belleville Sassoon. Belinda habe zwar keine Ausbildung, sagte Sassoon, aber »sehr guten Geschmack« und »eine große Liebe zu Stoffen«. Ihre exzellenten sozialen Kontakte kamen dem Geschäft ebenfalls zugute; die »Times« kommentierte einmal: »Bellville wusste, dass die Cheltenham-Rennbahn ein zugiger Ort ist, und sie wusste immer auf den Zentimeter genau, wie viel Dekolleté die Herzogin beim Abendessen zeigen würde«. Belinda Bellville starb, wie erst jetzt bekannt wurde, am 5. Mai.