Ben Affleck und Jennifer Lopez: Was bleibt jetzt noch vom Glauben an die große Liebe? - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen
Annina Metz

meinung •Ende von Bennifer 2.0 Was bleibt jetzt noch vom Glauben an die große Liebe?

Annina Metz
Ein Kommentar von Annina Metz
Die Villa des Paares steht zum Verkauf, öffentliche Auftritte gab es kaum mehr – und wenn, schienen sie eisig. Das Beziehungsende von Jennifer Lopez und Ben Affleck hat sich lange angebahnt und schmerzt trotzdem.
Ben Affleck und Jennifer Lopez: Zum zweiten Mal ist alles aus
Ben Affleck und Jennifer Lopez: Zum zweiten Mal ist alles aus

Ben Affleck und Jennifer Lopez: Zum zweiten Mal ist alles aus

Foto:

Gian Mattia D'Alberto / dpa

Jennifer Lopez hat die Scheidung von Ben Affleck eingereicht. Überraschend kommt das nicht, trotzdem hat diese Nachricht eingeschlagen. Klar, seit Monaten ist bekannt, es lief zwischen den beiden schlecht.

Die gemeinsame Villa des Paares in Beverly Hills steht seit Wochen zum Verkauf, öffentliche Auftritte gab es kaum mehr. Und wenn man die beiden dann doch mal zusammen in der Öffentlichkeit gesehen hat – zum Beispiel auf dem Weg zum Basketballspiel von einem der Kinder, – schien die Stimmung meist ziemlich eisig. Ein schlecht gelaunter Ben Affleck umarmt seine Frau halbherzig, steigt genervt ins Auto, es wird gemeckert und die Augen verdreht. Darüber kann auch Lopez’ perfektioniertes Schauspielerinnenlächeln nicht hinwegtäuschen. In den sozialen Medien kursieren zahlreiche Schnipsel dieser Szenen.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von X.com, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können Ihre Zustimmung jederzeit wieder zurücknehmen.

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Als Lopez Ende Juli dann ihren 55. Geburtstag ohne Affleck feierte, schien endgültig klar: Diese Ehe steht vor dem Ende.

Ja, mein Gott, mag man jetzt denken. Was geht es uns an? Die Welt hat nicht zu interessieren, wie das Innenleben von anderen Beziehungen aussieht. Egal wie prominent die (ehemals) Verliebten auch sein mögen.

Die Enttäuschung der verlorenen zweiten Chance

Das stimmt. Was zwischen Lopez und Affleck vorgefallen ist, wissen nur die beiden. Und es ist ihr gutes Recht, das geheim zu halten. Aber um die genauen Gründe geht es auch gar nicht. Diese Ehe – genau wie ihr Ende – löst bei den Fans etwas anderes aus: Die Enttäuschung darüber, dass die große Liebe eine zweite Chance bekommen hat – und dann doch wieder zerbrochen ist. Gerade diesem Paar habe ich, so wie viele andere auch, das große Happy End sehr gegönnt.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von X.com, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können Ihre Zustimmung jederzeit wieder zurücknehmen.

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Für Bennifer, wie das Paar gern genannt wurde, ist die jetzige Trennung bereits die zweite. 2002 hatten sich die beiden am Set von »Liebe mit Risiko – Gigli« kennengelernt. Es wurde öffentlich geturtelt und sich – sehr zur Freude der Fans – ziemlich schnell verlobt. Die geplante Hochzeit wurde zunächst verschoben und 2004 dann endgültig abgesagt. Es folgte eine bittere Trennung. Diese habe sich wie Sterben angefühlt, sagte Lopez einmal.

Ben Affleck und Jennifer Lopez bei einer Filmpremiere im Februar 2003

Ben Affleck und Jennifer Lopez bei einer Filmpremiere im Februar 2003

Foto:

Chris Pizzello / AP

Die beiden verliebten sich in neue Partner:innen. Noch im selben Jahr heiratete Jennifer Lopez den Sänger Marc Anthony, bekam mit ihm Zwillinge. Nach zehn Jahren ging die Ehe in die Brüche. Ben Affleck heiratete 2005 die Schauspielerin Jennifer Garner. 13 Jahre und drei Kinder später kam es auch hier zur Scheidung.

»Againifer!«

Der Weg war also frei – für Bennifer 2.0, für die bessere Version des Paares, das nun vermeintlich bereit füreinander war. Als sich dieses Comeback 20 Jahre nach der ersten Verlobung tatsächlich ankündigte, schwelgte die Welt schnell in romantischen Erinnerungen. »Againifer!« Es konnte ja nur so kommen, wir haben es doch immer gespürt. Jetzt aber bitte für immer!

Dieses Gefühl, das kennen vermutlich alle, die mal Liebeskummer durchgemacht haben und auch viele Jahre später die vergangene Liebe nicht loslassen können. Diese Hoffnung, dass die andere Person genauso fühlt und dass man über die Jahre nie die Verbindung verliert. Und sich irgendwann traut, es noch einmal zu probieren. Im Fall Bennifer sogar vor den Augen der Weltöffentlichkeit. Auch ich kann mich dieser filmreifen Romanze nicht entziehen.

Und doch wirkten die Probleme größer. Lopez hat die Scheidungspapiere ausgerechnet am zweiten Hochzeitstag des Paares beim Gericht eingereicht. Da steckt zu viel Hollywood drin. Da muss doch noch was kommen, oder? Wenn es dieses Comeback nicht schafft, welches denn dann?

Lopez und Affleck haben lange Zeit große Projektionsflächen geboten. Als erfolgreiches It-Couple der Nullerjahre hat man bewundernd zu beiden aufgeschaut, sie als Team offenbar bis heute bis ins Unendliche romantisiert. Ihnen die vielleicht zu vielen kleinen Probleme abgesprochen, das Familienleben, den Stress.

Was uns jetzt tröstet

Natürlich zerbrechen auch Stars dieser Größenordnung am Alltag. Wieso sollte es ihnen anders gehen als allen anderen? Diese Erkenntnis ist eigentlich fast schon beruhigend. Trotzdem schmerzt bei vielen heute ihr Herz ein wenig . Weil das Konzept der großen Liebe nun ein prominentes Beispiel weniger hat. Weil es schön war, sich an der wiedergefundenen Euphorie zu beteiligen. Weil man sich das alles auch ein wenig für die gerade verlassene Freundin oder den liebeskummerigen Bruder oder wen auch immer gewünscht hat.

Mehr zum Thema

Ja, und jetzt? Was tröstet uns dann noch, bitte?

Ich will mich da an den Rat meiner Kollegin Patricia Dreyer halten, die 2016 die Trennung von Angelina Jolie und Brad Pitt verschmerzen musste. »Tatsächlich hat uns das Glück der Brangelinas das Leben ja auch nicht leichter gemacht«, schrieb sie damals. »Freuen wir uns also künftig über andere Dinge, suchen wir uns neue Illusionen, die uns betören.« Stimmt schon. Es wäre zu schade, deswegen nicht mehr an zweite Chancen zu glauben. Oder an dritte. Oder meinetwegen auch an vierte.