Pläne des Senats Berlins Kulturstiftungen zeigen sich entsetzt über Sparliste
Protestaktion gegen drohende Kürzungen in der Berlinischen Galerie (im Oktober)
Foto: Sebastian Christoph Gollnow / dpaEtwa zwölf Prozent des Kulturbudgets sollen in Berlin künftig wegfallen. Viele Theater, Museen und Opernhäuser müssen sich deshalb im kommenden Jahr auf erhebliche Einsparungen teils in Millionenhöhe einstellen. Vor dem Hintergrund der Sparpläne haben die Kulturstiftungen des Landes Berlin ein Konzept für die künftige Kulturlandschaft gefordert. »Konsolidierung ohne Konzept und ohne Einbeziehung der Ressortverantwortlichen führt einfach nur in ein Abriss-Szenario«, heißt es in einem nun veröffentlichten Brief der Stiftungen, aus dem die Nachrichtenagentur dpa zitiert.
»Wir fordern die Abgeordneten der Regierungskoalition auf, dieser vorliegenden Kürzungsliste so nicht zuzustimmen und ein Konzept vom Senat einzufordern, das klare Entwicklungsziele und -pfade für die Kulturlandschaft Berlins definiert.«
Protest gegen Kürzungen an der Berliner Volksbühne (im Oktober)
Foto: Sebastian Gollnow / picture alliance / dpaUnterzeichner des Briefes sind die Berlinische Galerie, das Bröhan-Museum sowie die Stiftungen Berliner Mauer, Berliner Philharmoniker, Deutsches Technikmuseum Berlin, Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, Oper in Berlin, Stadtmuseum Berlin, Topographie des Terrors und Zentral- und Landesbibliothek Berlin.
Die Kulturstätten zeigen sich fassungslos über die aktuelle Sparliste des Senats im Kulturbereich. Es werde nach dem Rasenmäherprinzip gekürzt. Viele Sonderprogramme, mit denen derzeit die Voraussetzungen für zukünftiges Handeln geschaffen würden – etwa die digitale Transformation –, würden ersatzlos gestrichen. Und: »Die Rahmenbedingungen für das Management der Kulturstiftungen bleiben für die nächsten Jahre völlig unklar.« (Mehr über die Sparliste des Senats und die geplanten Kürzungen in der Kultur erfahren Sie hier.)
Die Kulturstätten fordern, Zuschussentscheidungen müssten unter definierten Rahmenbedingungen beschrieben und so getroffen werden, dass sie im Management realisierbar seien. »Für entsprechende Vereinbarungen stehen wir als Berliner Kultureinrichtungen auch im Bewusstsein der Sparzwänge im Haushalt bereit.«
Die Spitzen der schwarz-roten Koalition in Berlin hatten ein Drei-Milliarden-Sparprogramm für den Landeshaushalt 2025 vorgestellt. Die rund 130 Millionen Euro Ausgaben, die in der Berliner Kultur wegfallen sollen, entsprechen etwa zwölf Prozent ihres Budgets. Bereits seit Wochen warnen Häuser vor Insolvenzen, Einschränkungen im Spielbetrieb und dem Verlust von Arbeitsplätzen.