Blick auf den Hintern - DER SPIEGEL
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VIDEOKUNST Blick auf den Hintern

• aus DER SPIEGEL 17/2000
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Videokünstlerin Pipilotti Rist irritiert die New Yorker. Auf dem Panasonic-Großbildschirm am Times Square sind in stündlicher Folge einminütige Videos der Schweizerin zu sehen, in denen Rist, 37, mit ihrem Kopf gegen eine Glasscheibe stößt und sich die Nase platt drückt, als wollte sie aus dem 80-Quadratmeter-Screen springen. »Demented« - verrückt, so die Reaktionen von Passanten. Einen tieferen Einblick in Rists Schaffen können sich die New Yorker derzeit in der Galerie Luhring Augustine verschaffen. Dort ist ihre Installation »Closet Circuit« zu sehen: Eine in die Schüssel des Galerie-WCs eingebaute Kamera überträgt Bilder vom Toilettengang auf einen Bildschirm. »Dem Hintern ist man so nah, und doch kann man ihn ein Leben lang nicht sehen«, kommentiert die Künstlerin. Sie habe sich mit der Installation einen lang gehegten Wunsch erfüllt. Offenbar nicht bloß sich selber: Etliche Kunstfreunde standen schon bei der Vernissage vor der Toilette Schlange.

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