Briefe - DER SPIEGEL
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Illustration: Patrick Mariathasan / DER SPIEGEL

Briefe

Markus Söder, Bürgergeld, Krieg in Gaza, Jobcenter und Verteidigung – das waren die Themen, zu denen wir in der vergangenen Woche die meisten Zuschriften erhalten haben.
• aus DER SPIEGEL 34/2025

Döner auf dem Weg ins Kanzleramt

Heft 33/2025 Titel: Der Socialist 

  • Eigentlich brauchen wir mehr Politiker vom Schlage eines Markus Söder; denn er scheint begriffen zu haben, dass man mit Humor mehr ertragen und sogar erreichen kann als mit Rechthaberei, Wut oder zerstörerischer Machtpolitik.
    Klaus Müller, Essen

  • Ist euer Titelbild noch innerhalb der selbst gesetzten Qualitätskriterien? Ich musste beim Kauf zweimal hinsehen, ob ich nicht die Zeitschrift »Kochen und Backen« erwischt habe.
    Knut Kriegsmann, Ulm

  • Was soll das! Herr Söder macht Werbung mit Fleischkonsum? So wie es alte, weiße Männer zuweilen tun, um ihr leicht angestaubtes Revier zu markieren? Auf dem SPIEGEL-Cover? Ihr Titelbild ist furchtbar; aus vielerlei Gründen. Sollte das »witzig« gemeint sein? Ich kann da gar nicht drüber lachen. Niemand sollte so viel Fleisch essen, wie es Herr Söder offensichtlich tut. Gut, dass Nürnberger Bratwürste keine Augen haben und Herr Söder wenig Sinn hat für Mitmenschen mit Tierwohlgedanken. Ich verkehre nicht in sogenannten sozialen Medien und weiß nach dem Konsumieren dieses Beitrags auch wieder ganz genau, dass ich da völlig lost wäre.
    Ulli Stein, Erlangen

  • Oft belächelt, manchmal geschmäht, macht Herr Söder hier Dinge, die niemandem schaden, außer vielleicht seiner Gesundheit. Da wünsch ich mir doch, dass mehr Politiker:innen so eine friedfertige Bürgernähe ausüben würden. Also lächeln und dankbar sein – es könnte schlimmer sein.
    Joachim Lippold, Stuttgart

  • Arrogant, überheblich, unzuverlässig, unberechenbar und immer bereit auszuteilen. Der Klassenkasper der Regierung ist für jedes Sommerloch gut, er läuft zu Hochtouren auf. Es sprudelt nur so aus ihm heraus, leider sehr viel sehr Peinliches. Besonders Herr Habeck muss für alle verwirrenden Gedankengänge herhalten. Ich bin sicher, Herr Söder neidet Herrn Habeck alles, was er ganz offensichtlich nicht hat. Im Grunde ist jeder geadelt, den Herr Söder nicht mag.
    Dorothea Zelck-Steffen, Kiel

  • Ich muss Söder (leider) feiern für seine Auftritte, denn als notorischen Dolchstoßer mag ich ihn eigentlich nicht, aber seine unterhaltsamen Auftritte im Fasching, als Sänger oder Allesesser sprechen für Humor, Mut und sein sowieso großes Selbstbewusstsein.
    Claus Keller, Haßloch (Rhld.-Pf.)

  • Dr. Markus Söder ist nun auch »Socialist«. Dieses meiner Ansicht nach äußerst misslungene Wortspiel auf dem Titelblatt und der dazugehörige Artikel überhöhen Söders Medienkompetenzen, setzen sein Politikverständnis in ein viel zu sozialliberales Licht, mildern seine machtbesessene Rücksichtslosigkeit und huldigen seiner impertinenten Art der Selbstdarstellung.
    Dr. Markus Heber, Dortmund

  • Herr Söder ist kein Socialist/Sozialist, nur weil er »moderne« Medien für Selbstdarstellung ohne großen Inhalt nutzt! Wer sich erst seinen Bericht, dann den über Frau von der Leyen antut und dann das SPIEGEL-Gespräch mit Herrn Kretschmann liest, muss klar erkennen, völlig unabhängig von Parteibüchern, was unter anderem hier schiefläuft! Machtmenschen und Selbstdarsteller, denen es nur bedingt um andere geht, denen es weitgehend an Glaubwürdigkeit fehlt, und im krassen Gegensatz ein erfahrener, nicht fehlerfreier, kluger Herr Kretschmann, der weiß, wovon er spricht!
    Axel Füssmann, Havixbeck (NRW)

  • Ich finde, die Söder-Social-Strategie ist wie ein Döner auf dem Weg ins Kanzleramt – schmeckt nicht jedem, zieht aber Blicke an. Ich habe mir dabei für meine Arbeit auch schon öfter eine Scheibe abgeschnitten. Erst mal bei den seichten Mainstream-Themen mitplanschen, um dann – zack! – bei den wirklich wichtigen Sachen den Aufmerksamkeitssurf mitzunehmen. In den sozialen Medien gilt nun mal: Wer nur brav und gemäßigt durchs Netz schleicht, wird vom Algorithmus gnadenlos ignoriert.
    Stefan Ascherl, Nürnberg

  • Die Titelgeschichten zu Herrn Söder, als Leserprovokation geplant und gelungen, eignen sich gut zur Unterhaltung, aber nicht als ernst zu nehmende politische Analyse: Wo bleibt die Berichterstattung über sein politisches Wirken als Ministerpräsident? Gibt es ein solches überhaupt, außer dem Vergeigen der Energiewende (Verweigern von Stromtrassen, Windenergieanlagen und eines Atommüllendlagers)? Im Gegensatz zu Frau Reichinnek, die Sie zum Vergleich heranziehen, die jedoch ernst zu nehmende politische Ziele verfolgt (wie niedrige Mieten), hat Herr Söder nur einen einzigen Programmpunkt: ich, ich, ich. Und das unterstützen Sie durch Ihre Pseudoanalyse.
    Ruth Dirks, Braunschweig

  • Sie bezeichnen den bayerischen Ministerpräsidenten als »Instinktpolitiker« – das ist eine sehr wohlwollende Umschreibung für einen hochintelligenten Populisten, dem ethische Grundwerte eher fremd sind. Markus Söder hat von den Trumps, Orbans, Höckes und Co. recht schnell gelernt, was mehr oder weniger uninformierte potenzielle Wähler gern hören wollen, und biedert sich ihnen, wohl wissend, dass er dummes Zeug von sich gibt, schamlos an. Wer aber die Positionen der Rechtsaußen übernimmt, darf sich nicht wundern, wenn die Wähler dann eher dem Original und nicht der Kopie ihre Stimme geben.
    Bernd Meyer, Ottweiler (Saarl.)

Wie passt das zusammen?

Heft 33/2025 Leitartikel: Das Bürgergeld sollte dringend reformiert werden 

  • Leitartikelautorin Kormbaki fordert zwar eine Reform des Sozialstaats und damit auch des Bürgergelds, bleibt allerdings vage in ihren Argumenten. Zudem entfernt sie sich im Laufe des Artikels immer weiter vom Ursprungsthema, dem Bürgergeld für Ukrainer, hin zu grundsätzlichen Problemen unserer Sozialsysteme. Eines sollte in dieser Debatte klar sein: Es besteht eine Pflicht, bei diesem Thema humanistisch und mit Augenmaß zu handeln, allerdings auch klar in der Sache. Denn die Ukrainer, welche seit Putins Angriffskrieg nach Deutschland geflohen sind, haben nie in die Sozialsysteme eingezahlt. Dies führt logischerweise zu Spannungen, wenn diese Personen aber volle Leistungen erhalten.
    Hugo Lükens, Dülmen (NRW)

  • Das eigentlich Interessante an der Diskussion um fehlende Milliarden im Staatshaushalt und notwendige Einsparungen ist doch, über was eben nicht debattiert wird: nämlich Maßnahmen, die Reiche beträfen. Wie wäre es denn zum Beispiel, das Kindergeld für sehr Wohlhabende abzuschaffen? Oder die zahlreichen legalen Steuerschlupflöcher, mit denen sich selbst extrem gut Betuchte vor dem Fiskus armrechnen können? Aber natürlich haben die Reichen eine gut geölte Lobbyistentruppe, die das zu verhindern weiß, während der Bürgergeldempfänger ein leichtes Opfer für populistische Groß-töner wie Markus Söder ist. Soziale Ungleichheit beginnt schon bei der Debattenführung.
    Silke Deyhle, Illertissen (Bayern)

Herz berührt

Heft 32/2025 Nahost: Warum ein palästinensischer Arzt Deutschland verlässt 

  • Es ist nicht zu fassen und kaum zu ertragen: Wir brauchen dringend junge motivierte Menschen, die zu uns kommen und hier arbeiten wollen. Wir brauchen dringend kompetente junge Ärzte, und wir brauchen dringend positive Beispiele für gelungene Integration von Menschen aus dem Nahen Osten. Alle drei Kriterien hat der Palästinenser Ebi laut Bericht sehr gut erfüllt. Nun aber fühlt er sich mit der Situation und der Politik in Deutschland, die sich – ungeachtet möglicher Menschenrechtsverletzungen – aus Staatsräson und genereller Solidarität mit Israel nicht offiziell zu den Gräueltaten im Gazastreifen äußert und selbst friedliche Proteste unterdrückt, nicht mehr sicher und bestimmt nicht mehr willkommen. Aus dem Fall, der eine wahre Erfolgsgeschichte hätte werden können, wird ein Verlust, den man betrauern muss.
    Margret Schmitz, Pulheim (NRW)

  • Der Bericht hat mein Herz berührt. Warum sind wir Deutschen solche Bedenkenträger, dass wir keine Solidarität mit Palästina empfinden oder sie nicht bekunden? Wenn man für Palästina und gegen den Krieg in seiner jetzigen Unmenschlichkeit ist, heißt das nicht, dass man gegen Israel und die Juden ist. Man ist gegen Netanyahu und seine rechte Regierung.
    Karin Böttger, Barth (Meckl.-Vorp.)

Er kennt die Absurditäten

Heft 32/2025 SPIEGEL-Gespräch mit dem Duisburger Jobcenter-Chef Frank Böttcher über die Bürgergeld-Debatte 

  • Vielen Dank für dieses sehr sachliche und informative Interview. Solche unaufgeregten Profis brauchen wir unbedingt, und die dargelegten Empfehlungen würden bestimmt helfen. Chapeau, Herr Böttcher. Warum bekommt es die Politik nicht hin?
    Roland Schulz, Freudental (Bad.-Württ.)

  • Viele Bürgergeldempfänger können nicht arbeiten, weil sie wohnungslos sind. Über 500.000 Menschen sind es laut Zahlen der Bundesregierung. Wer nicht mehr als einen Schlafsaal zum Übernachten hat, dürfte wohl nur auf dem Papier arbeitsfähig sein.
    Johannes Much, München

  • Glückwunsch an den SPIEGEL für dieses Interview mit einem erfahrenen Mann! Er kennt die Absurditäten, Missbrauchtricks und die unbeherrschbare Bürokratie bestens. Was noch hervorgehoben werden sollte, ist seine ausgewogene Beurteilung seiner »Kundschaft«. Mir war bis dato unbekannt, dass es nur außerordentlich wenige Personen sind, die versuchen, das System auszuhebeln. Wie passend doch, dass Arbeitsministerin Bas gleich um die Ecke wohnt. Wäre es nicht eine gute Idee, ihr eine Hospitation ans Herz zu legen? Sie könnte sich so vollkommen unverfälscht von der Realität überzeugen und etliche pragmatische Lösungsvorschläge beurteilen, bevor alles durch den politischen Fleischwolf in Berlin gedreht wird.
    Dr. Klaus Swieczkowski, Hildburghausen (Thür.)

Endlich!

Heft 32/2025 Israels Propaganda-Offensive 

  • Gut, dass Herr von Rohr endlich wahrheitsgemäß berichtet. Sehr bedauerlich, besser gesagt fatal, dass es so lange gedauert hat, bis zumindest einige deutsche Medien aufhören, jedes Wort israelischer Pressesprecher für bare Münze zu nehmen, und noch jeden Bericht über die Zehntausenden zivilen Opfer mit dem Hinweis versehen, dass es sich dabei um nicht überprüfbare Angaben einer von der Hamas kontrollierten Behörde handelt.
    Tarik Tell, Puerto de la Cruz (Spanien)

  • Endlich mal ein Artikel im SPIEGEL, der sich angemessen mit den Tatsachen beschäftigt und die israelische Desinformation beim Namen nennt. Dafür danke ich Ihnen herzlich und bitte Sie, darin nicht nachzulassen!
    Eberhard Blaum, Freiburg (Bad.-Württ.)

  • Die deutsche Regierung ist immer noch viel zu rücksichtsvoll gegenüber Israel. Selbstverständlich ist die Hungerkrise in Gaza ein gezieltes Verbrechen Israels. Israel darf nur noch unterstützt werden, wenn es kurzfristig ausreichend Hilfe durchlässt, bald einen Waffenstillstand akzeptiert und danach zu einer gerechten Lösung des Konflikts mit den Palästinensern insgesamt bereit ist. Die deutsche Regierung soll sich an universellen Menschenrechten orientieren statt an bedingungsloser Solidarität zu einem Land.
    Markus Speer, Pforzheim

Wie ein FBI-Agent an der Hamburger Polizei verzweifelte

Heft 32/2025 Waren die Hamburger Behörden im Missbrauchsfall »White Tiger« zu langsam? 

  • Herzlichen Dank für die umfangreiche Berichterstattung. Alle Behörden können sehr dankbar sein für Ihre Recherche. Dass die Hamburger Polizei trotz viel Beweismaterials vom FBI Jahre brauchte, um diesen Sadisten zu verhaften, ist ein nicht verzeihlicher Skandal. Bitte hartnäckig dranbleiben, hier müssen die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden.
    Alois Schwind, Wachtberg (NRW)

Lahmer Pazifismus

Heft 32/2025 Deutschlands Verteidigungswille ist größer, als viele denken 

  • Gibt es denn keine denkstarken, faktengestützten Argumente gegen Aufrüstung? Aus der Wissenschaft drucken Sie lahme pazifistische -Ansätze oder Kriegsgeheul. Wer bei Friedensforschern nachliest, fragt sich, worin denn Russlands alarmierende Bedrohung bestehen soll. Der Westen ist immer noch mächtig gerüstet, auch ohne die USA.
    Franz Schiffer, Wolfratshausen (Bayern)

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