Briefe - DER SPIEGEL
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Illustration: Patrick Mariathasan / DER SPIEGEL

Briefe

Die Royals, Paragraf 218, Schwerstarbeit auf der Kinderintensivstation, René Benko, Jan Philip Reemtsma im SPIEGEL-Gespräch und Oliver Kahn – das waren die Themen, zu denen wir in der vergangenen Woche die meisten Zuschriften erhalten haben.
• aus DER SPIEGEL 15/2024

Sie befeuern das noch

Heft 14/2024 Titel: Drama Royal

  • Seit Jahren schätze ich Ihre interessanten und wirklich guten Titelgeschichten vor allem aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft. Gerade in diesen wirklich schwierigen Zeiten ist Ihr guter Journalismus so viel wert und vor dem Hintergrund von Fake News so wichtig. Diese Woche bin ich allerdings sehr enttäuscht – bitte überlassen Sie doch den Boulevardmedien die Geschichten über eine Bevölkerungsgruppe, die aus der Zeit gefallen ist. Die angemessene Rubrik für diese Themen wäre »Personalien«.
    Isfer Aslam, Bad Homburg (Hessen)

  • Ich abonniere doch Deutschlands größtes und traditionsreichstes Nachrichtenmagazin und nicht etwa das »Goldene Blatt«.
    Matthias Kaiser, Schutterwald (Bad.-Württ.)

  • Wird über die Schicksalsschläge bei den Royals seriös und mit Empathie berichtet, kann das dazu beitragen, eigenes Erleiden besser zu ertragen. Und die Art und Weise, wie Prominente die Situationen bewältigen, beispielgebend sein.
    Hans Rentz, Waging am See (Bayern)

  • Wie oft muss ich diese journalistischen Tiefschläge denn noch ertragen? Diesmal das englische Königshaus. Die tragischen Krankengeschichten sind schon schlimm genug für die Familien. Nur warum das nun zum Top­thema dieser Woche bei Ihnen gemacht wird, verschließt sich mir total. Überlassen Sie diese Geschichten doch den »Bunten Blättern«, und widmen Sie sich wieder Ihrer journalistischen Kernkompetenz.
    Bernd Weber, Eutin (Schl.-Holst.)

  • Menschen wie Ihre Redakteure tragen zu alldem bei. Am Donnerstag den neuen SPIEGEL gekauft – Titelseite abgerissen, und den Bericht werde ich auch nicht lesen. Sie befeuern das alles noch und finden sich wahrscheinlich auch noch toll. Ich finde es völlig daneben.
    Martina Möller, Marienberg (Rhld.-Pf.)

  • Was mich empört, ist die nicht zu übersehende Scham der Royals über die Krankheit Krebs. Die »Krebsbeichte« von Kate kam nur, weil der öffentliche Druck zu hoch wurde nach dem Fotobetrug. Leben wir etwa noch im Mittelalter, in dem man den Betroffenen die Schuld für die Krankheit gab – oder sind wir nicht inzwischen im 21. Jahrhundert, in dem man über diese Krankheit, ihren Ursprung und ihre Auswirkungen bestens in­formiert ist? Diese Royals haben natürlich das Recht auf ein Privatleben, aber daneben sind sie auch Personen der Öffentlichkeit, die Einrichtungen für krebskranke Menschen unterstützen. Sie dienen für viele Betroffene als Vorbild und sollten daher der Welt diese Krankheit, egal in welcher Form auch immer, nicht verheimlichen oder, schlimmer, sich dafür schämen.
    Brigitte Wolfsteiner-Thielmann, Hohennahr-Altenkirchen (Hessen)

  • Der SPIEGEL hat diese merkwürdige Obsession mit den Windsors. Ich lese ihn regelmäßig seit den Siebzigerjahren, nun ist – gefühlt zum fünfzigsten Mal – schon wieder eine Ausgabe zu diesem Thema erschienen. Überflüssig wie ein Kropf. Wen interessiert denn so was? Als ob unsere Zeit keine relevanteren Themen hätte, über die der SPIEGEL berichten könnte.
    Dr. Stephan Marks, Stegen (Bad.-Württ.)

  • Dass der SPIEGEL sich an dem Hype rund um das Thema von Prinzessin Kate und ihrer Erkrankung beteiligt, macht die ganze Sache nicht besser, sondern aus meiner Sicht nur schlimmer. Ich finde, die Medien sollten das ganze Thema ruhen lassen und damit die königliche Familie in Ruhe lassen.
    Dr. med. Stefanie von Engelmann, Einhausen (Hessen)

  • Über die Osterausgabe des SPIEGEL habe ich mich geärgert. Oder habe ich Ihre Botschaft nicht -verstanden: Das christliche Abendland wankt von Krise zu Krise – wie das -britische Königshaus?
    Gregor Böckermann, Neu-Isenburg (Hessen)

Wie eine Entmündigung

Heft 13/2024 Titel: Der Elektroschock

  • Ich bin zwar schon 80 Jahre alt und habe mit dem Thema nichts mehr zu tun, aber es regt mich auf, dass sich der Staat oder die Kirchen in dieses Thema einmischen. Die Frauen bekommen die Kinder und haben sie ein Leben lang und müssen deshalb auch allein darüber entscheiden dürfen. Keine Frau wird gezwungen abzutreiben. Aber die Kinder, die geboren werden, sollten willkommen sein.
    Elke Gurlit, Köln

  • Ich wurde 1960 als uneheliches Kind einer minderjährigen Mutter geboren. Damals hatte meine Mutter keine Wahl, ob sie mich bekommen sollte oder nicht. Aber sie hatte das Glück, dass
    sie von der ganzen Familie un­terstützt wurde, und ich hatte
    das Glück, von allen geliebt zu werden. Bei vielen ungewollten Schwangerschaften ist es aber leider nicht so. Und es wird sich wohl kaum eine Frau die Entscheidung zu einem Schwangerschaftsabbruch leicht machen. Wenn sie sich aber dafür entscheidet, wird sie in der Regel gute Gründe haben. Ihr diese Entscheidung dann zu verweigern kommt einer Entmündigung gleich.
    Roland Rabusch, Gudow (Schl.-Holst.)

  • Der Diskussion in ihrer ganzen Bandbreite liegt der tief verwurzelte Leitgedanke in viel zu vielen Köpfen zugrunde, dass jede Frau zwingend eine Mutter zu sein hat und eine Mutter eine Heilige ist. Man kann den Gedanken auch anders verfolgen: Wer nicht abtreiben will, darf es selbstverständlich lassen, auch wenn objektive Gründe, man kann es auch Verantwortung nennen, eigentlich gegen eine Mutterschaft sprechen. Umgekehrt muss das Gleiche gelten; eine Frau, die das Kind aus welchem Grund auch immer nicht will, ist genauso zu respektieren. Sie verdient Vertrauen auf ihre Urteilsfähigkeit und das be­dingungslose Engagement der Ärzte.
    Martina Gromeier-Pautke, Holm (Schl.-Holst.)

Nicht für Geld zu kaufen

Heft 13/2024 Die Pflegekräfte auf einer Kinderintensivstation in Tübingen leisten Schwerstarbeit 

  • Eine an die Nieren gehende Recherche. Arbeitsumfeld und Stressfaktoren auf der Kinderstation 34 sind sehr einfühlsam erfasst. Doch die Lektionserkenntnis von Herrn Uwe Imig: »Der Mensch hat keine Kontrolle über seinen Körper, er besitzt ihn nicht«, und »Kein gesellschaftlicher Status, kein beruflicher Erfolg der Eltern und keine gute Schulnote haben je beim Überleben geholfen« – dies sind geniale soziokulturelle Erfahrungsaussagen für die Menschen schlechthin.
    Hans Hilgers, Adelmannsfelden (Bad.-Württ.)

  • Ich bin seit etwa 20 Jahren SPIEGEL-Leserin, und zum ersten Mal hat mich ein Artikel zu Tränen gerührt. Danke für den einfühlsamen Text. Während des Lesens habe ich meinen gesunden Sohn (neun Monate alt) im Arm und bin einfach nur dankbar, dass es ihm gut geht. Der Text macht demütig und zeigt, was wirklich wichtig ist im Leben und nicht für Geld zu kaufen ist. Ich ziehe meinen Hut vor allen Pflegefachkräften.
    Katharina Schütz, Hatten (Nieders.)

  • Jeder, der Kinder oder Enkel hat, die gesund sind, sollte sich jeden Tag darüber freuen und hoffen, dass das so bleibt. Aber wenn man erfährt, dass nur 65 Prozent der Intensivbetten für Kinder genutzt werden können, so ist das sehr bedrückend. Dieser Bericht hat wieder einmal deutlich gemacht, dass der SPIEGEL sich immer wieder durch besondere Reportagen von anderen Medien abhebt.
    Uwe Pankel, Hamburg

  • Selten so traurig und doch bewundernd nach fünf Seiten im SPIEGEL zurück-geblieben. Diese Menschen sind -einfach bewundernswert.
    Udo Kramer, Lins am Rhein (Rhld.-Pf.)

Die Verblendeten

Heft 13/2024 Wie Immobilienpleitier René Benko seine reichen Geldgeber um den Finger wickelte 

  • Der Beitrag über den Hochstapler Benko hat bei mir klammheimliche Freude ausgelöst. Endlich trifft es die Milliardäre und nicht die kleinen Leute (wie es bei Wire­card war). Da fragt man sich, wofür hat man Wirtschaftsprüfer und Berater? Wahrscheinlich hat hier Gier den Verstand gefressen.
    Günter Weber, Filderstadt (Bad.-Württ.)

  • Die Überschrift hätte besser »Die Verblendeten« geheißen. Nicht die Hochstapler sind die Täter, sondern die Gesellschaft, die sich blenden lassen will. Es gibt zahllose Beispiele dafür, wie wir uns verführen lassen, nicht zuletzt durch Donald Trump.
    Dr. med. Christian Peter Dogs, Lindau (Bayern)

Ein großer Denker

Heft 13/2024 Jan Philipp Reemtsma im SPIEGEL-Gespräch über sein Millionenerbe, die Entführung und die Literatur 

  • Bisher habe ich Herrn Reemtsma als einen reflektierten und ausgewogen formulierenden Wissenschaftler und Autor wahr­genommen. Dass er jedoch in seiner uneingeschränkten Solidarität zu Israel »gedanklich« so weit geht, von arabischen Staaten wie Ägypten und Saudi-Arabien zu erwarten, Truppen nach Israel zu schicken, um dieses Land in seinem, wie er völlig unre­flektiert sagt, »Verteidigungskrieg« zu unterstützen, ist erschütternd und eines seriösen Autors unwürdig. Natürlich hat er bei seiner Hamas-Kritik recht. Unverständlich ist aber, dass
    er die »großen« und »kleinen« Sünden der Besatzungsmacht Israel seit 1967 im Westjordanland und im Gazastreifen völlig ausblendet. Be­sonders irritierend
    ist es, dass er das nicht aus der Geisteshaltung etwa eines Mainstream-Politikers schreibt, wie wir das häufig erleben, sondern aus der Überzeugung eines vermeintlich freien und unabhängigen Denkers.
    Dr. Aref Hajjaj, Bonn

  • Das Interview mit Jan Philipp Reemtsma ist sehr beeindruckend und zeigt uns allen auf, dass dieser Mann einer unserer großen Denker ist und immer war! Der Kampf gegen das Vergessen und die Dummheit Ewiggestriger ist unsere Aufgabe.
    Markus Zimmer, Homburg (Saarl.)

  • Was für ein grundanständiger Charakter! Danke für das herzerwärmende Interview.
    Katja Mackens-Hassler, Hamburg

So musste er scheitern

Heft 13/2024 Vor zehn Monaten wurde Oliver Kahn als CEO bei Bayern München entlassen. Unterwegs mit einem, der mit seiner Vergangenheit kämpft 

  • Wenn man den interessanten Artikel gelesen hat, weiß man, dass da nicht alles mit rechten Dingen zugegangen ist. Sehr wahrscheinlich ist seine Ent­lassung auf seine Ehrlichkeit zurückzuführen? Die diplomatischen Äußerungen fielen ihm offensichtlich sehr schwer!
    Irmela Christen, Berlin

  • Das ganzseitige Aufmacherfoto zeigt alle Nuancen eines meis­terhaften Porträts: Entschlos­­senheit, Nachdenklichkeit, Nie­dergeschlagenheit. Der Text arbeitet anschaulich das Machtgefüge innerhalb des FC Bayern mit den beiden Noch-Potentaten Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge heraus, in dem eigenständiges Denken und Handeln unerwünscht sind. So musste der »Titan« scheitern.
    Karl-Heinz Groth, Goosefeld (Schl.-Holst.)

  • Warum der SPIEGEL Leuten wie Kahn – arrogant, einfältig und faul – eine Bühne bietet, da komme ich nicht mehr mit.
    Ludwig Bieger, Nürnberg

  • Kahn, der Tipico-Titan – oder wenn die Gier den Multimillionär antreibt, den armen Tipico-Bubis die letzten Groschen abzuzocken! Rückschlüsse auf seinen Charakter sind erwünscht.
    Bogislaw Miescke, Grasberg (Nieders.)


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