Briefe - DER SPIEGEL
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Artikel 33 / 36

Illustration: Patrick Mariathasan / DER SPIEGEL

Briefe

Oma und Opa, Markus Söder und die Deutsche Bahn – das waren die Themen, zu denen wir in der vergangenen Woche die meisten Zuschriften erhalten haben.
• aus DER SPIEGEL 1/2025

Gute Lösung

Heft 52/2024 Titel: Oma ist die Beste 

  • Ich, die Oma, war gestern erbost, als ich den SPIEGEL aus dem Briefkasten holte und er nur Opa mit Enkel zeigte, da ich selbst Oma bin. Zum Glück hab ich nun gelesen, dass Sie das Deckblatt gesplittet haben, also auch die Enkelin und die Oma zum Zuge kommen. Gute Lösung. Vielen Dank und frohe Weihnachten.
    Heide Schoettler, Edewecht-Friedrichsfehn (Nieders.)

  • Wie schön, dass den Titel-Machern von »Oma ist die Beste« noch einfiel, dass auch Opa der Beste sein könnte. Ja, wer denn nun? Dank »Coversplit« können beide Fraktionen bedient werden. Ist das Fortschritt? Nein, denn ein Familienmensch hätte den inte­grativen Ansatz gefunden und geradezu mit Bauernschläue herausgefunden: »Oma & Opa sind die Besten«. Ist das so schlimm? Jedenfalls hätte es besser zum Fest der Familie gepasst, als die Kluft zwischen den Geschlechtern einmal mehr im gesellschaftlichen Bewusstsein zu verankern.
    Johannes Zink, Norderstedt (Schl.-Holst.)

  • Ein arroganter Schönling mit frisch gelocktem Haar, der sich selbiges mit Sicherheit nicht von diesem fröhlichen Jungen verwuscheln lässt, denn – das ist nicht sein Opa, dieses Seniorenmodel hat mit Sicherheit keine Enkel. Ich bin achtzig und wütend!
    Christa Goldberg, Flintbek (Schleswig-Holstein)

  • Wow! In diesen wilden Zeiten als Deutschlands führendes Nachrichten-Magazin mit dem Titelthema »Oma ist die Beste« aufzumachen, erfordert schon journalistischen Pioniergeist. Das muss man erst hinkriegen. Absolut wichtiges Thema, keine Frage. Aber als Titel?
    Holger Liesau, Berlin

  • Zehn Seiten über Opa und Oma sind zwar ganz amüsant, aber in der heutigen angespannten politischen Lage in Deutschland und weltweit für ein Nachrichten-Magazin eindeutig zu viel des Guten.
    John Osmani, Nideggen (NRW)

Armin Laschet lässt grüßen

Heft 51/2024 Markus Söder mischt sich in den Wahlkampf von Friedrich Merz ein. Das Streitthema: Schwarz-Grün 

  • Der selbst ernannte Sonnenkönig von Bayern, Markus Söder, riskiert mit seinem ständigen Störfeuer gegen den Kanzlerkandidaten der Union, Friedrich Merz, wieder einmal bewusst die Siegeschancen der Union bei der vorgezogenen Bundestagswahl Ende Februar 2025. Armin Laschet lässt grüßen. Wie lange lässt sich das die CDU eigentlich noch gefallen? Es wird langsam Zeit, dass die CDU die Fraktionsgemeinschaft mit der bayerischen Schwester endlich aufkündigt und sich bundesweit, auch in Bayern, zur Wahl stellt. Soll sich doch die CSU auch bundesweit aufstellen; dann wird man sehen, ob diese Partei die Fünfprozenthürde überspringen kann und als möglicher Partner für eine Koalition – mit wem auch immer – zur Verfügung steht. Ohne das permanente »friendly fire« aus Bayern könnte die CDU ihre Positionen wesentlich entspannter und glaubwürdiger vertreten und wäre dann auch für andere demokratische Parteien, insbesondere für die Grünen, sicherlich ein attraktiver Koalitionspartner.
    Martin Lisienski, Falkensee (Brandenb.)

  • Herr Söder wird am Wahlabend, wie immer, seine Fahne in den Wind hängen. Und wenn der grün ist, wird es Grün. Diesem arroganten Politkasper glaube ich kein Wort mehr. Und ich bin Franke.
    Ralf Brechtel, Pommelsbrunn (Bayern)

  • Meines Erachtens müsste es Bedingung für eine Partei sein, sich bundesweit zur Wahl zu stellen, so wie es für alle anderen Parteien auch gilt. Bayerns »Sonderweg« ist in heutiger Zeit für mich vollkommen inakzeptabel, da häufig ausschließlich bayerische Interessen im Fokus der CSU stehen und nicht zum Wohle der ganzen Republik gedacht wird.
    Regina Dannenfeldt, Kiel

  • Dieses permanente Profilierungsgehabe dieser Provinzpartei, um bei den Freien Wählern in Bayern Stimmen zu fangen, könnte sich auf Bundesebene noch als Fehler erweisen. Bundespolitik wird in Berlin gemacht und nicht im Bierzelt in Bayern. Die Grünen werden von der CSU vehement ausgeschlossen, die FDP könnte es nicht in den Bundestag schaffen, und der Rest ist ohnehin für eine Regierungsbeteiligung indiskutabel. Was wird Herr Merz machen, wenn in diesem Szenario die Union zusammen mit der SPD auf Bundesebene nicht mehr als 50 Prozent schafft?
    Andreas Käse, Auenwald (Bad.-Württ.)

  • Merz lernt nun auch die Steigerung kennen: Feind, Erzfeind, Söder. Markus Söder ist und bleibt wei-terhin die beste Wahlkampfhilfe für Olaf Scholz.
    Rainer Jakob-Paul Eck, Nürnberg

Eine einzige Peinlichkeit

Heft 51/2024 Wer zum Fest mit dem Zug reist, braucht Nervenstärke 

  • Es ist ein Rätsel, wie es bei der Deutschen Bahn unter der viel besungenen deutschen Gründlichkeit zu einem Sanierungsrückstau dieser Größe kommen konnte. Kein Rätsel dagegen ist das daraus erwachsene internationale Ansehen der Deutschen Bahn: nicht rätselhaft, sondern ziemlich klar eine einzige Peinlichkeit, auch für die Deutschen selbst.
    Sabine Krüger, Essen

  • Just als ich den Artikel lese, sitze ich am Sonntagabend im ICE von Berlin nach Frankfurt am Main. Und kaum zu glauben: Der Zug ist pünktlich. Avisierte Ankunftszeit 18:55 Uhr, eine Minute früher als die geplante. Und so ging es mir in diesem Jahr bei mindestens acht meiner zehn Fernfahrten in den ICE der Deutschen Bahn. Wie unpünktlich wäre ich bei Autofahrten gewesen? In wie vielen Staus hätte ich gestresst gestanden? Ich will es mir gar nicht vorstellen. DB: Macht bitte weiter so! Ich freue mich auf die Fahrten im Jahr 2025.
    Joachim Chrometzka, Wiesbaden

  • Der Deutsche-Bahn-Betrieb gleicht einem Organismus, der an vielen Stellen erkrankt ist. Multimorbide nennt man das in der Medizin. Tröstlich: Auch ein marodes Bahnsystem ist nicht therapieresistent. Ein konzertierter Kraftakt mit passgenauen politischen Weichenstellungen und einem fähigen Betriebsmanagement könnte die Deutsche Bahn womöglich in überschaubarer Zeit in ein schnurrendes Uhrwerk verwandeln oder wenigstens in die Nähe von Schweizer Verhältnissen bringen.
    Peter Hülcker, Norderstedt (Schl.-Holst.)

  • Herzlichen Dank für den interessanten Artikel über die Deutsche Bahn. Er hat mir ganz gut gefallen. Aber: Leider geben die Illustrationen Ihres Artikels nicht den wirklichen Charakter des Publikums eines ICE wider. Ich war sehr entsetzt über diese spießigen und schlecht gelaunten Figuren. Das widerspricht völlig meinen 20-jährigen Erfahrungen als Wochenpendler. Die Reisenden in den zweiten Klassen der ICE habe ich immer als besonders
    tolerant, nett, hilfsbereit und freundlich empfunden.
    Rainer Ludwig, Leipzig

  • Ein schöner, literarischer Artikel, aber ich frage mich, welchen Anteil die ganze negative Presse und das Bahnbashing an der Bahn-Misere haben. Könnte der SPIEGEL nicht mal einen großen Artikel schreiben, ausschließlich über die großartige Bahn in Deutschland? Über neue und komfortable Züge? Über die Sicherheit beim Reisen? Über die Flexibilität bei Fahrplanänderungen? Über das weltweit dichteste, komplexeste Netz in einem Flächenland? Über tolle und motivierte Mitarbeiter? Über wunderschöne Strecken durch unser Land? Über die multimodalen Anschlussmöglichkeiten an Bahnhöfen? Über ein glückliches Leben in großer Freiheit, das ich dank dieser Bahn in Deutschland ohne Auto leben kann?
    Tim Lehmann, Mobilitätsforscher und Stadtplaner, Berlin

  • Danke für den Bericht. Ich möchte mein Kurzgedicht hinzufügen, gedichtet bei einer fünfstündigen Verspätung im ICE München–Hamburg: DB – oh weh.
    Walter Schmidt, München

Egoistische Selbstdarstellung

Heft 51/2024 Der verzweifelte Kampf der Klimakleberin Miriam Mey 

  • Mit demselben Eifer sollten endlich die Leute, die mit ihren Organisationen jahrelang gewerblich Autos mit zu hohen Abgaswerten gebaut und vertrieben haben, verfolgt werden. Wie hoch ist denn da der Sachschaden? Wie viele Personen sind dadurch zu Tode gekommen? Fragen für Ihr neues Klimaressort.
    Ulf Blender, Offenburg (Bad.-Württ.)

  • Was hat diese Person für den Klimaschutz getan? Nichts. Ganz im Gegenteil, durch solche Handlungen werden tatsächliche Klimaschützer diskreditiert, und viele Menschen wenden sich wegen solcher Taten angewidert von Themen des Klimaschutzes ab. Es kommt in ihrem Lebenslauf zum Ausdruck, dass ihr jeglicher Bezug zur Arbeit, die von der Gesellschaft geleistet wird, fehlt. Es geht ihr ausschließlich um egoistische Selbstdarstellung. Sie handelt auch nicht spontan, sondern hauptberuflich kriminell.
    Dr. Gert Kunadt, Frankenberg (Sachsen)

  • Sich mit dem Leben einer Vollzeitaktivistin und den aus zivilungehorsamen Aktionen folgenden rechtlichen Konsequenzen zu beschäftigen, hätte in SPIEGEL-eigener Berichterstattungsqualität gesellschaftlich eine interessante Betrachtung sein können. Aber mithilfe der allgemein verbreiteten Häme die Wirkungs­losigkeit von Klimaaktivismus zu beschreiben und folgend womit Menschen rechnen müssen, wenn sie sich unkonventionell für eines der größten menschheitlichen Ziele einsetzen, die schon seit vielen Jahren von Wissenschaftler:innen warnend angemahnt werden (die drastisch nötige Senkung von Schadstoffemissionen), trägt so gar nicht dazu bei, dass die erwähnten zivilungehorsamen Aktionen Wirkung und Akzeptanz in breiter Öffentlichkeit erlangen können. Kleingeistigen missionarischen Eifer, Beruhigung des eigenen Gewissens und Zukunftsnegativismus hier zu unterstellen, ist schade und dem Ringen um Lösungsmöglichkeiten nicht dienlich. Kulturelle Fortschritte sind bisher ausschließlich aus drastisch unkonventionellem Handeln erreicht worden und nicht durch Wohnzimmerbequemlichkeit.
    Stefan Kensy, Berlin

Herr Hakim hat es nicht verbockt

Heft 51/2024 Dramatiker Moritz Rinke über migrantische Kita-Väter, die AfD wählen wollen 

  • Ein ernüchternder Artikel, zeigt er doch die Einseitigkeit in der Betrachtung zum schleichenden Demokratieverlust im Land. Empörung über und Unverständnis für Herrn Hakim anstatt kritischer Reflexion zu dem Warum. Demokratie schafft sich nicht ab. Demokratie wird abgeschafft. Es ist ein bewusster Vorgang, egal ob gestaltet oder ungewollt. Herr Hakim scheint lediglich ein Interesse der aktuellen Politik an regelbasiertem, funktionierendem Handeln zu vermissen. Diese Erwartung kann Demokratie schon auch erfüllen. Doch geboten bekommt nicht nur er Sonntags­reden und Blabla. Die Regierung zieht es vor, sich öffentlich zu inszenieren, statt zu liefern. Das Bildungsbürgertum schaut, natürlich peinlich berührt, eher tatenlos zu. Auch die Intellektuellen im Land machen nicht den Eindruck, Teil einer brauchbaren Lösung zu sein. Herr Hakim hat es nicht verbockt.
    Gero Golding, Römerstein (Bad.-Württ.)

  • Die Quintessenz des Gastbeitrags lautet: »Ich bin ja für die Meinungsfreiheit. Eigentlich.« Aber dieses im Grundgesetz verbriefte Recht soll doch dann bitte nur für Meinungen innerhalb des vorgegebenen Spektrums gelten. Dieser Ansatz scheint Herrn Rinke noch nicht mal aufzufallen.
    Uwe Fuhrmann, Monschau (NRW)

  • Es ist die moralische Selbstüberhöhung des vermeintlich Gebildeteren, mit der man dem politisch Andersdenkenden gegenübertritt, ohne dessen Motive überhaupt zu hinterfragen. Als Nicht-AfD-Wähler weiß ich wie jeder, der sich mit den Hintergründen von Politik beschäftigt, dass nicht jeder AfD-Wähler rechtsradikal ist. Es ist geradezu grotesk, wenn der Autor seine Tochter nicht in die Wohnung eines AfD-Wählers gehen lassen möchte, als ob ihr dort eine Verseuchung drohen würde, anderen aber Hass und Undifferenziertheit vorwirft. Der Artikel ist ein Beispiel für eine insuffiziente sozialpsychologische Analyse eines spaltenden Akademikers, der sich aufgrund seiner Bildung als »Gutmensch« erlebt und andere Menschen und deren Einstellung gern abwertet.
    Dr. Matthias Euler, Vallendar (Rhld.-Pf.)

Protokoll eines Ausnahmeprozesses

Heft 51/2024 Wie das Opfer im Vergewaltigungsprozess von Avignon zur Heldin vieler Frauen wurde 

  • Alle Menschen sollten Madame Pelicot für immer dankbar sein. Nach allem, was sie erlitten hat, hat sie uns ganz bewusst gezeigt, wie Menschen mit Missbrauch umgehen sollen. Sie ist ein Vorbild im allerbesten Sinne.
    Ulli Stein, Erlangen

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