Briefe - DER SPIEGEL
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Artikel 74 / 77

Illustration: Patrick Mariathasan / DER SPIEGEL

Briefe

Donald Trump, Leitartikel über die schweigende Mehrheit gegen die AfD, Bauernaufstand – das waren die Themen, zu denen wir in der vergangenen Woche die meisten Zuschriften erhalten haben.
• aus DER SPIEGEL 5/2024

Ätzend, wirklich

Heft 4/2024 Titel: Diktator Trump – Ein Szenario

  • Mehrmals musste ich die Lektüre des Artikels unterbrechen, weil mir schlecht wurde. Es ist alles noch viel schlimmer, als wir es uns bisher vorstellen konnten. Und niemand sollte sagen, dass so etwas in Deutschland gar nicht möglich wäre – doch, wäre es. Ganz großen Dank für diesen informativen, erschreckenden und aufklärenden Artikel!
    Heide Itasse, Ettlingen (Bad.-Württ.)

  • Schon wieder Trump! Als Leserin oder Leser des SPIEGEL können wir nur die Story lesen, uns Gedanken machen und warten, was kommt. Einfluss haben wir keinen. Beim nächsten Trump auf dem Titel werde ich mein Abonnement kündigen. Deutschland hat derzeit andere Probleme.
    Monika Hentschel-Fehn, Kleinostheim (Bayern)

  • Da war doch so viel Raum für eine ganz prächtige Karikatur! Trump wird’s bestimmt geil finden, denn er liest ja nicht. Aber so dargestellt, sieht er sich ganz sicher gerne. Ätzend, wirklich.
    Ulli Stein, Erlangen

  • Deutlicher und eindringlicher kann man den Ernst der Lage nicht schildern. Wann begreifen wir Deutschen und wir Europäer es eigentlich, dass wir für unsere Sicherheit selbst verantwortlich sind, unabhängig davon, welche politische Richtung in den USA am Zuge ist? Auch wenn ich Donald Trump zutiefst verabscheue: Mit seiner Forderung, dass wir für unsere Sicherheit endlich selbst aufkommen müssen, hat er recht. Wie lange noch will Deutschland, will Europa am Rockzipfel der amerikanischen Freiheitsstatue hängen?
    Hildtraut Heitland-Schröder, Augsburg

  • Geo- und sicherheitspolitisch wäre eine erneute Wahl von Donald Trump zum amerikanischen Präsidenten für Deutschland, Europa und die freie Welt der Super-GAU. Er wird sich mit getreuen Beratern umgeben, die nur in sein Horn blasen. Die Kontrolle der Regierung durch den Kongress wird er abzuschaffen versuchen, um die Gewaltenteilung auszuhöhlen. Seinen Fokus wird er verstärkt auf die Auseinandersetzungen mit China richten. Auch der Verbleib der USA in der Nato ist gefährdet. Ist damit auch der atomare Schutzschirm der USA infrage gestellt? All das beängstigt in hohem Maße.
    Horst Winkler, Herne (NRW)

  • Es ist wahrscheinlich, dass ein Sieg Trumps die Welt verändern wird. Aber kann es noch viel schlimmer kommen als jetzt? Noch nie war die Welt so gespalten wie seit Biden. Frieden und Friedensinitiativen sind zu Fremdwörtern verkümmert. Und: In der ersten Amtszeit Trumps gab es, im Gegensatz zu fast allen anderen Präsidenten der USA, keinen neuen Krieg auf der Welt.
    Dietmar Sobottka, Chemnitz (Sachsen)

  • Glaubt wirklich jemand, dass der 47. Präsident der Vereinigten Staaten – so er Donald Trump heißt – jemals das Amt wieder aufgeben wird? Er hat doch schon angekündigt, dass er die Diktatur will. Glaubt wirklich jemand, dass er sich nur auf den ersten Tag beschränken wird?
    Dr. Angela Graf, Hamburg

Im Alltag entgegentreten

Heft 4/2024 Leitartikel: Die schweigende Mehrheit wehrt sich endlich gegen die AfD

  • Offenbar wehrt sich Deutschland. Das ist gut. Hoffen wir, dass diese Wehrhaftigkeit anhält. Und hoffen wir weiter, dass die Regierenden die großen Demos nicht als Beifallskundgebungen ihrer Politik missinterpretieren. Das sind sie beileibe nicht! Deutschland braucht eine andere, bürgerorientierte Politik.
    Markus Jessberger, Nürnberg

  • Wir müssen viel aktiver werden, um diese rechte, in großen Teilen auch faschistische Partei zu bremsen, ehe sie an die Regierung kommt. Die Krisen – Corona, Putins Krieg, Nahostkrieg, Wirtschaftsschwäche und Klimawandelfolgen – können wir bewältigen. Aber die AfD können wir nur verhindern, wenn die noch Regierenden von CDU, CSU, SPD, FDP, der Linken und den Grünen zusammen die Krisen bewältigen und sich gegen die AfD stellen. Wir, das Volk, stehen hinter euch, um ein »Viertes Reich« zu verhindern!
    Dr. Wolfgang Adam, Rahden (NRW)

  • Herzlichen Dank für den großartigen Leitartikel »Wehren Sie sich!«. Was für ein Glück, dass wir in einem Land leben, in dem es noch freie Berichterstattung gibt. Das von Ihnen zitierte Netzwerk Correctiv hat zweifelsfrei ermittelt, worum es der AfD eigentlich geht: die »Abschaffung unserer Freiheit und Demokratie«. Es ist positiv, dass sich endlich bundesweit Widerstand gegen die AfD entwickelt. Und es bleibt zu hoffen, dass sich dieser bei den bevorstehenden Wahlen gegen die AfD fortsetzen wird. Unabhängig davon sind alle Menschen dazu aufgerufen, im Alltag diesen »Demokratie- und Freiheitsfeinden« entschieden entgegenzutreten.
    Dieter Obst, Wiesbaden

  • Jede noch so aufmerksamkeitsstarke Demo kann die AfD nicht verhindern. Das einzige Mittel wird sein, bei den Wahlen das Kreuzchen an der richtigen Stelle zu setzen.
    Karin Mühlenhoff, Düsseldorf

  • Die im Leitartikel beschriebenen Demonstrationen bleiben wirkungslos, wenn die Wahlbeteiligung weiterhin so niedrig bleibt. Die Leute müssen zur Wahl gehen, um ihre Stimme abzugeben. Dann werden die radikalen Parteien automatisch prozentual niedriger abschneiden. Voraussetzung: Sie werden nicht gewählt.
    Michael Kiefer, Donaueschingen (Bad.-Württ.)

  • Es ist wohl wirklich die Mehrheit der Bürger für Demokratie und gegen die meisten rechten Umtriebe. Das hilft nur nichts, wenn die Minderheit sich einig ist und ein und dieselbe Partei geschlossen wählt, während alle anderen Parteien sich über Kleinigkeiten streiten, statt zusammenzuarbeiten. Mein Lieblingsbeispiel hier wäre Markus Söder, der lautstark verkündet hat, dass er nur für
    Koalitionen zur Verfügung steht, wenn die (eigentlich vernünftige und längst überfällige) Wahlrechtsreform zurückgenommen werde. Das würde nur seiner eigenen Partei, die nur in einem von 16 Bundesländern überhaupt eine Rolle spielt, und vielleicht den Rechten nützen. Aber in allen anderen Bereichen, unter anderem der Staatsfinanzierung, wäre ebenfalls viel Luft nach oben für parteiübergreifende Zusammenarbeit. Auch wäre es meiner Meinung nach kein Fehler, in Belangen, die vor allem die Bürger betreffen, diese auch mal zu fragen, etwa über Referenden. Das könnte dafür sorgen, dass sich nicht mehr so viele komplett übergangen fühlen.
    Kurt Lingl, Nürnberg

Große Jammerparaden

Heft 3/2024 Der Bauernaufstand steht für den Frust mit der Ampelregierung im Land

  • Bei diesen deutschlandweiten Protesten (mit zu bis zu 50 Prozent von Steuergeldern finanzierten Traktoren) zeigen die organisierten Bauern ihr wahres Gesicht: Durchsetzen der eigenen Interessen, ohne Rücksicht auf Verluste und ohne Berührungsängste zum rechten Rand. Hunderte Kilometer Stau im ge­samten Bundesgebiet. Die vom SPIEGEL als »neue Staatsfeinde« titulierte Letzte Generation setzt sich für die Zukunft der gesamten Welt, auch Bauern, ein. Bei den Bauern hingegen geht es um drei Prozent weniger Subventionen.
    Clemens Matejka, Regensburg

  • Die Bauern protestieren und blockieren, die Lokführer streiken. Es lässt schon aufmerken, mit welcher Rücksichtslosigkeit Pressure Groups, zum Beispiel der Bauernverband oder auch die Gewerkschaft GDL, ihre Partikularinteressen durchsetzen. Wer vertritt da noch den Staat und die Allgemeinheit?
    Dr. Hans Christian Hummel, Hannover

  • Die Ampelregierung sollte sich das Protestschild vom Traktor »Beiß nie die Hand, die dich füttert« ausleihen und den Landwirten entgegenhalten, denn ohne die massiven staatlichen Subventionen müssten die deutschen Bauern ihren Laden zu machen.
    Hans Schinke, Offenbach

  • Wir betreiben in dritter Generation einen landwirtschaftlichen Familienbetrieb mittlerer Größe im Vollerwerb. Dass endlich die Agrardieselrückvergütung gestrichen wird, begrüßen wir. Wenn schon Subvention, dann bitte eine für mehr Energieeffizienz. Seit etwa sieben Jahren erleben wir im Ackerbau keine »normalen« Jahre mehr. Es ist entweder sehr trocken im Frühjahr und Sommer – fast eine Dürre –, und ein Anbau von Kartoffeln und Feldgemüse ist ohne künstliche Beregnung nicht mehr möglich. Oder es ist nass, und die landwirtschaftlichen Kulturen darben ebenfalls und leiden unter der Nässe. Diese Entwicklung, also der Klimawandel, kostet uns Landwirte jedes Jahr richtig viel Geld. In unserem Betrieb geht es um Einbußen im fünfstelligen Bereich pro Jahr. Wo bleibt der Aufschrei und die Initiative des Bauernverbandes? Es kommen höchstens Beschwerden, wenn »die Politik wieder Auf­lagen macht« (zum Beispiel, um das Grundwasser zu schützen). Der Bauernverband organisiert lieber große Jammerparaden, statt konstruktive Vorschläge zu erarbeiten. Verglichen damit sind die Aktionen der Letzten Generation ein Kindergartenausflug. Dabei kämpfen die für Klima und Umwelt – also für uns alle sozusagen.
    Brigitte Denker, Sudwalde (Nieders.)

  • Mit dem Jahr 1524 – also vor 500 Jahren – begann der sogenannte Deutsche Bauernkrieg, der als die erste Revolution auf deutschem Boden gilt. Auch wenn man längst nicht mehr in einem feudalen System lebt, spürt man bei den heutigen Protest­aktionen eine beachtliche Empörung über »die da oben«, Ärger über bestehende rechtliche Strukturen und Frust wegen fehlender Zukunftsperspektiven. Just wie damals, als der Aufstand keineswegs allein eine Erhebung der länd­lichen Bevölkerung war, sondern ebenso Städter und Bergleute einschloss, findet die aktuelle Bauernerhebung Zuspruch weit über den landwirtschaft­lichen Sektor hinaus. Was aber vor allem damals und heute miteinander verbindet, ist wohl die stets wachsende Kluft zwischen Habenden und Nichthabenden.
    Dr. Jeffrey Myers, Frankfurt am Main

  • Alle Jahre wieder veranstalten die Landwirte Demonstrationsfahrten, um mit ihren 120 und mehr PS starken Traktoren in Berlin gegen das Verbot von umweltschädlichen Giften oder gegen Gesetze für das Tierwohl zu demonstrieren. Statt sich Bussen zu bedienen, verpesten sie mit ihrem von den Steuerzahlern subventionierten Diesel die Umwelt. Mit der neuesten Aktion der Landwirte wurde der Bogen überspannt. Autobahnen gesperrt, Innenstädte blockiert. Mitbürger, die für die Subventionen der Landwirte Steuern erwirtschaften müssen, wurden mit Unterstützung der Polizei auf unerträgliche Weise behindert.
    Hans Wilhelm, Hauptstuhl (Rhld.-Pf.)

  • Ohne Zweifel steht die Landwirtschaft in den nächsten Jahren vor großen Herausforderungen. Diese aber mit zweifelhaften Lösungsstrategien aus dem vergangenen Jahrhundert angehen zu wollen, zeigt überdeutlich: Die überwiegende Zahl der Interessenvertreter der Bauern ist nicht in der Lage, konstruktiv mit allen anderen Beteiligten über zukunftsweisende Wege zu diskutieren. Man kann den Landwirten nur dringend raten, sich von den alten und offensichtlich nicht sehr zukunftsorientierten Holzköpfen in den Vorständen ihrer Interessenvertretungen zu verabschieden. Sie hängen zu sehr an den Interessen der Agrarindustrie und zu wenig an den Bedürfnissen der bäuerlichen Landwirtschaft.
    Gerd Schillo, Wadern (Saarl.)

  • Den Frust der Bauern kann ich verstehen, die Demos gegen die Regierung jedoch überhaupt nicht. Alle Branchen kämpfen mit der ausufernden Bürokratie, mit Auflagen und Einschränkungen. Ich hätte hundertprozentiges Verständnis gehabt, wenn die Bauern eine Woche lang die über 12.000 Supermärkte und Discounter bestreikt hätten. Für mich trägt nicht die Ampelregierung die Hauptschuld, sondern die, die nicht bereit sind, den Bauern angemessene Preise zu bezahlen: die Discounter und Verbraucher!
    Peter Ruthsch, Grafschaft (Rhld.-Pf.)

  • Wer diktiert den Bauern die Preise für Milch und Mehl? Es sind Discounter wie Aldi, Edeka, Lidl oder Rewe. Sie kassieren die Gewinne. Warum blockieren die Bauern nicht einfach die Discounter und stellen Wegweiser zu den nächsten Hofläden auf? So bleibt der Schatz in Bauernhand.
    Gitta Kerbel, Hitzacker (Nieders.)

»Schaffen wir das noch?«

Heft 3/2024 Der Kieler Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD) und Juso-Chef Philipp Türmer im SPIEGEL-Streitgespräch über die richtige Asylpolitik

  • Ulf Kämpfer sagt: »Wir brauchen eine ehrliche Debatte« – das genau ist der Punkt. Und wenn wir die im tendenziell linken Lager nicht führen, dann stärken wir das rechte antidemokratische Lager.
    Klaus H. Süberkrüp, Lübeck

Und Sahra Wagenknecht schritt durchs Winterlicht

Heft 3/2024 Kolumne: Leitkultur

  • Diese Kolumne fand ich hervorragend: spannende Bezüge, schöne Sprachbilder, witzig mit zugleich tiefernstem Hintergrund – ich bin hingerissen!
    Monika Dengler, Hamburg

Sie werden wieder tanzen

Heft 3/2024 Die Überlebenden des Nova-Massakers in Israel sind traumatisiert. Jetzt suchen 70 junge Menschen Heilung in einem Wellnessresort

  • Ein tief berührender Artikel. Katrin Kuntz schildert ihre Eindrücke so plastisch, dass auch den Leser die Erschütterung, das Grauen und die Trauer ergreifen. Danke!
    Otto Hagemann, Erlangen

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