Briefe - DER SPIEGEL
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Artikel 74 / 77

Illustration: Patrick Mariathasan / DER SPIEGEL

Briefe

75 Jahre Grundgesetz, Palästina, Ricarda Lang, Oldtimer, Lena Meyer-Landrut und Beethovens Neunte – das waren die Themen, zu denen wir in der vergangenen Woche die meisten Zuschriften erhalten haben.
• aus DER SPIEGEL 22/2024

Ein wilder Ritt durch 75 Jahre

Heft 21/2024 Titel: Nichts gelernt? 

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  • Das Cover ist das beste der letzten Jahre. Es zeigt präzise die unterschätzte Gefahr für eine der besten Demokratien der Welt. Fast hätte es des exzellenten Essays von Herrn Kurbjuweit nicht bedurft.
    Walter Walenziak, Wiesbaden

  • So plakativ das Titelblatt für diese Ausgabe auch daherkommt, so ist es sicherlich leider auch zu rechtfertigen, dieses Elend mit Schwarz-Rot-Gold zu unterlegen. Aber betrachtet man Europa, nein, unsere ganze Welt inzwischen, dann packt einen doch das Grauen, und man möchte die -fragende Titelzeile mit einem lauten, verzweifelten Nein beantworten – und sie dann mit einem gesamten Globus unterlegen!
    Dr. Frank Weiland, Hürth (NRW)

  • Einige Jahre habe ich den SPIEGEL abonniert und gelesen. Es ist jetzt das erste Mal, dass ich über das Titelbild wirklich entsetzt bin. Sie verwenden darauf ein verfassungsfeindliches Kennzeichen aus dem »Dritten Reich«, abgedeckt durch die Flagge der Bundesrepublik Deutschland. Damit verunglimpfen Sie den demokratischen Staat und die demokratische Zivilgesellschaft.
    Arne Woest, Hamburg

  • Das Titelfoto mit dem Hakenkreuz über unserer Bundesfahne und dem »Nichts gelernt?« ist eine bedauerliche und unverzeihliche Verunglimpfung unseres Grundgesetzes zu dessen 75. Geburtstag. Glücklicherweise wird diese effektheischende Aufmachung durch den hinreißenden, ausgewogenen Artikel über »Die Rückkehr der Geschichte« zurechtgerückt, zu dem man dem SPIEGEL uneingeschränkt gratulieren kann und den man als Broschüre auch und gerade für unsere Jugend in den Schulen vorschlagen möchte.
    Dr. Fritz Fischer, Kiel

  • Der Titelartikel ist mehr als nur eine Zeitreise; er ist ein wilder Ritt durch 75 Jahre Bundesrepublik Deutschland. Mit großer Präzision führt uns dieser History Slam durch markante historische Meilensteine. Selten hat ein Artikel die Vergangenheit so lebendig, greifbar und verständlich gemacht. Auf den vergilbten Seiten, geschmückt mit ikonischen, halbseitigen Bildern, atmet die Geschichte buchstäblich. Der Artikel dient nicht nur als Chronik, sondern als Brücke zwischen den Generationen und vermittelt ein tiefes Verständnis für die prägenden Jahre unseres Landes. Jede Zeile fordert auf, nicht nur zu lesen, sondern zu reflektieren und zu diskutieren. Ich ermutige jeden, sich diesem fesselnden Artikel zu widmen, um ein vollständigeres Bild der letzten gut sieben Jahrzehnte deutscher Geschichte zu gewinnen.
    Florian Ermann, Huttenwang (Bayern)

  • Ich habe wirklich geglaubt, das Blatt würde es so viele Jahre nach der Wende in der DDR einmal schaffen, auch den Osten Deutsch-lands als spannenden und berichtenswerten Landstrich zu sehen. Aber Fehlanzeige – außer Stasi, Mauer und Doping kommt nichts. Stattdessen öde Geschichten
    über den ehemaligen Maoisten Kretschmann und den kalten Krieger Hofreiter, nicht zufällig beide Grüne. Wenn Osang mit seiner Kolumne nicht wäre, hätte ich das Blatt schon längst in die Ecke gefeuert. Wenn die Redaktion glaubt, mit der Erwähnung der Halloren-Kugel wäre dem Osten Genüge getan, dann irrt ihr euch. Ihr schafft und wollt es einfach nicht.
    Jürgen Pahl, Berlin

  • Das Grundgesetz sollte um die Möglichkeit von Volksabstimmungen ergänzt werden, wie in der Schweiz. Damit ist niemand für vier Jahre den Parteien ausgeliefert, und es können mit Wählermehrheit einzelne Themen abgehandelt werden. Die AfD wäre damit auch Geschichte.
    Dieter Weldishofer, Gersthofen (Bayern)

  • Danke für diesen Text. Lehrreich, ohne zu belehren, unterhaltsam, ohne boulevardesk zu sein, augenöffnend, ohne wirklich zu überraschen. Dieser Essay sollte Lektüre an jeder weiterführenden Schule sein.
    Uwe Fischbeck, Weiterstadt (Hessen)

Marshallplan für Palästina

Heft 20/2024 Leitartikel: Die Proteste gegen Israel zeigen, dass wir eine neue Erinnerungskultur brauchen 

  • Frau Beyer fragt, »welchen Beitrag die Nationen der Welt und vor allem Deutschland leisten können, damit Israelis und Palästinenser einem Zustand ohne existenzielle Angst näherkommen«. Die Antworten sind einfach: Palästina müsste als Staat von allen anderen Staaten anerkannt werden, wie es ansatzweise in der Uno geschieht. Israel könnte mit seiner Wirtschaftskraft eine Art Marshallplan für Palästina aufstellen und den palästinensischen Staat zu Wohlstand bringen. Eine Win-win-Situation. Und Deutschland: Es soll endlich den Israelis ins Gewissen reden, den palästinensischen Bürgerinnen und Bürgern aufrichtig und gerecht das Leben neben sich zu lassen. Das bedeutet heute Staatsräson.
    Ernst F. Jochum, Pfarrer i. R., Bonn

  • Sie schreiben am Anfang, die Hamas habe die Palästinenser in ihre jetzige Lage gebracht. Das ist falsch. Sie haben die Hamas unterstützt, groß gemacht und als ihre »Regierung« akzeptiert. Dass Studierende nur auf bestimmte Parolen verzichten sollten, ansonsten seien die Proteste legitim, ist nicht nur naiv, sondern erschreckend.
    Heino Matthies, Berlin

  • Diese »Leute, die es über sich bringen, den Juden das Recht -abzusprechen, im eigenen Staat zu leben« sind unerfahrene Studierende mit Weltverbesserungsbedürfnis. Sie greifen gedankenlose Phrasen unreflektiert auf. Dass in einem Gerichtsprozess auch der andere Teil gehört werden muss, dieses antik-römische Rechtsprinzip, müssen die jungen Moralapostel erst noch lernen. Gerechtigkeit kann nicht absolut sein, aber mit Kompromissen kann man ihr näherkommen. Wenn man auf Social Media Aufklärung betreibt wie Susanne Siegert mit ihren bemerkenswerten »digi-talen Stolpersteinen« (SPIEGEL 19/2024), kann man vielleicht auch die einäugigen Moralisten erreichen, die im -Geschichtsunterricht null Bock hatten.
    Dr. Dietrich W. Schmidt, Stuttgart

  • Die Idee eines jüdischen Staates entstand schon vor dem Ersten Weltkrieg und fand Eingang in die Balfour-Deklaration 1917. In den 1920er-Jahren versuchten Briten, eine Zweistaatenlösung zu etablieren. Bestimmt wurde Israel auch als -Folge des Holocaust gegründet. Im Artikel wird aber nur dieser Grund angeführt. Richtig ist, dass sich der Staat -Israel ge-gründet hat und völkerrechtlich anerkannt ist. Punkt. Ab hier verbietet sich eigentlich eine -Dis-kussion. Wir können nicht -beliebig 76, 107 oder 3000 Jahre zurück argumentieren, um Völkerrecht zu legitimieren. Das versucht Herr Putin auch gerade, mit der Kiewer Rus. Dass Deutschland sich einbringt in eine Lösung für zwei Staaten, ist richtig. Aber dass »vor allem Deutschland« einen Beitrag leistet, ist absurd.
    Berend Detsch, Düsseldorf

Etwas selbstgerecht

Heft 20/2024 Grünenchefin Ricarda Lang fordert im SPIEGEL-Gespräch mehr Reformen bei der Rente 

  • Dieses Interview war nicht gerade förderlich für die Grünen. Es kam nur allgemeines Politgeschwurbel, aber keine konkreten Antworten auf detaillierte Fragen wie die Finanzierung des Wohnungsbaus. Und anscheinend geht es auch ihr hauptsächlich um die viel zitierte Mittelschicht.
    Wolfgang Sangkuhl, Berlin

  • Danke für dieses Interview. Interessant, wie Frau Lang den Begriff »Gleichheit« interpretiert. Man sollte wohl annehmen, dass sie hier in ihrer Partei die Einzige ist. Zur Mietpreissituation ignoriert die gesamte Ampel in der BRD gern, dass Vermieter über Airbnb völlig legal das Dreifache nehmen dürfen wie über »Normalvermietung«. Wieso sollten sie darauf verzichten, solange die Politik hier schläft?
    Claudia Willeke, Münster

  • Die Antworten von Frau Lang sind flach, beliebig und austauschbar. Es brauche die Grünen, um die Gerechtigkeitsfragen der Gegenwart zu beantworten. Das klingt etwas selbstgerecht und gegenüber anderen demokratischen Kräften anmaßend.
    Gero Golding, Römerstein

So einfach ist es nicht

Heft 20/2024 Der Oldtimer-Trend ist ein Problem für Luftqualität und Klimabilanz 

  • Ein Auto möglichst lange zu nutzen ist Umweltschutz. Rund ein Drittel der verbrauchten Ressourcen entfallen bei Verbrennern auf die Herstellung. Auch werden nur die wenigsten Altautos für tägliche Fahrten von zig Kilometern genutzt. Die Mehrzahl wird mit Hingabe gepflegt und nur bei schönem Wetter bewegt. Unser Zweitwagen ist ein Peugeot 205 Baujahr 1985, der nur 4,5 Liter Diesel verbraucht. Dank alter Dieseltechnik sind dessen Feinstaubemissionen noch so groß, dass sie nicht die Alveolarkapillarmembran in der Lunge passieren und ins Blut gelangen.
    Frauke Igel, Langenhagen (Nieders.)

  • Die Autos, die jetzt ins Oldtimeralter kommen, haben als Ben-ziner einen geregelten Kataly-sator und sind fast so sauber
    wie ein neuer Benzindirektein-spritzer, der viel mehr Stickoxide ausstößt. Heute entfallen bei
    den Pkw etwa 50 Prozent der Zulassungen auf große SUV. Die wiegen 2,5 bis 3,5 Tonnen, haben einen Strömungswiderstand
    wie eine Schrankwand, einen hohen Rollwiderstand und stoßen so auch deutlich mehr Feinstaub aus als die leichten Autos der Neunziger. So einfach, wie von Ihnen dargestellt, fällt das Urteil nicht aus.
    Malte Schlüter, Leinfelden-Echterdingen (Bad.-Württ.)

  • In Anbetracht des Primärenergieverbrauches: Wäre es denn nicht eigentlich das Nachhaltigste, Dinge – egal ob Auto, Waschmaschine oder andere – so lange zu nutzen, bis sie irreparabel sind?
    Friedrich Wilhelm Huckenbeck, Ennepetal (NRW)

Mutiges Interview

Heft 20/2024 Lena Meyer-Landrut erzählt im SPIEGEL-Gespräch von ihren Depressionen 

  • Nach diesem Interview, in dem Lena Meyer-Landrut sehr offen über ihre Depressionen gesprochen hat, ist sie mir noch sympathischer geworden.
    Uwe Pankel, Hamburg

  • Als Freundin zweier wunderbarer Frauen, welche schon jahrelang mit Depressionen zu kämpfen haben, freue ich mich über das Statement von Frau Meyer-Landrut. In unserer Welt lebt ein bunter Strauß Menschen, mit unterschiedlichsten chronischen Erkrankungen. Je mehr wir uns hierzu austauschen, desto »normaler« wird der Umgang damit. Durch ihr mutiges Interview hat Frau Meyer-Landrut eventuell dem einen oder anderen Wind unter den Flügel gegeben, um sich erstmalig Hilfe zu holen.
    Astrid Marschall, Eckental (Bayern)

Ein Text wie ein Musikstück

Heft 20/2024 Beethovens Neunte Sinfonie wird 200 Jahre alt 

  • Mit großem Vergnügen habe ich die Rezension der Neunten von Beethoven gelesen. Ich musste immer wieder über die humorvolle Wortwahl und Ausdrucksweise lachen, habe aber andererseits viel besser verstanden, wie unmittelbar sich Schmerzen und Leiden des Komponisten in der Musik widerspiegeln und wie wichtig es ist, sich nicht nur das so beliebte Chorfinale anzuhören und es wertzuschätzen, sondern sich auch durch die »musikalischen Extremzustände« zu hören und, das muss ich gestehen, zu quälen. Vielen, vielen Dank für eine ganz großartige präzise sprachliche Reise durch ein besonderes musikalisches Werk!
    Jutta Kunde-Trommer, Flehingen (Bad.-Württ.)

  • Dieser Artikel über Beethovens Neunte ist ein Glücksfall einer Würdigung, voller wunderbarer Formulierungen, mit denen die Verfasserin es versteht, Töne in Worte zu fassen. Einfach großartig. Ich werde den Artikel aufbewahren und ins Regal neben meinen Aufnahmen der Neunten Sinfonie einreihen.
    Jürgen Schoormann, Hameln (Nieders.)

  • Ein Text von Christina Rietz, der so durchkomponiert ist wie ein Musikstück, toll – danke, SPIEGEL. Fürs Musikarchiv zum Behalten und Wiederlesen.
    Dr. Walter Keller, Göppingen (Bad.-Württ.)

  • Was für eine Liebeserklärung für den Popstar unter den Klassikern, das Genie Beethoven. Eine Kombination von Liebeserklärung und professioneller Wiedergabe der Entstehungsgeschichte der Neunten: So habe ich das noch nie gelesen. Chapeau!
    Dr. Edmund Haferbeck, Lübeck

  • Wenn ich in Wien oder Bonn bin, besuche ich stets die Beethoven-Wohnungen. Ein eigenartiger Schauer berührt mich jedes Mal in der Aura dieser Häuser. Ich setze mich da irgendwo hin und lasse das ungeheure Genie an mich heran. So ähnlich erging es mir bei der Lektüre des Artikels von Christina Rietz. Das muss (müsste) man können! Herrlich kompetent geschrieben.
    Lex Roth, Luxemburg

  • Dieser Artikel hat die Bedeutung von Beethovens Neunter in einer Weise auf den Punkt gebracht, wie ich das bisher noch nicht gesehen habe.
    Dr. Hermann-Josef ten Haaf, Montabaur (Rhld.-Pf.)

  • Der SPIEGEL war wieder einmal seinen Preis wert: Die Arbeit von Christina Rietz zu Beethovens Neunter ist das Beste, weil Berührendste, was ich in meinem Leben über ein Musikstück gelesen oder gehört habe.
    Dr. Albrecht Thöne, Schwalmstadt (Hessen)

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