Briefe - DER SPIEGEL
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Illustration: Patrick Mariathasan / DER SPIEGEL

Briefe

Donald Trump, Leitartikel, Österreich und Verteidigungsausgaben – das waren die Themen, zu denen wir in der vergangenen Woche die meisten Zuschriften erhalten haben.
• aus DER SPIEGEL 5/2025

Muss das sein?

Heft 4/2025 Titel: Der Imperator 

  • In der letzten Zeit häufen sich Titelbilder mit Donald, Wladimir und jetzt auch Elon. Nicht nur bei Euch. Es kostet mich immer einige Überwindung, das Heft zu kaufen. Ich klappe die Titelseite halb um und tackere sie fest. Das riesige Foto von Donald auf anderthalb Seiten im neuen Heft habe ich abgeklebt. Schon seit Monaten schwärze ich die Gesichter dieser Männer mit einem schwarzen Stift. Es kommen wohl schwere Zeiten auf mich zu in den nächsten Jahren, am besten kaufe ich den Filzstift im Zehnerpack. An wen kann ich die Rechnung dafür schicken? Ich hoffe auf schönere Titelbilder in den nächsten Jahren.
    Barbara Becker, Düsseldorf

  • Erste Amtshandlung: Titelbild abreißen und ab damit in den Papierkorb. Leute, muss das wirklich sein? Ihr wisst doch – spätestens seit dieser wunderbaren Serie des Medienwissenschaftlers Bernhard Pörksen im SPIEGEL über die Arbeit Eurer Redaktion – dass Bilder Texte
    relativieren und ihre kritische Aussage ins Gegenteil verkehren können. Was soll diese ständige Dämonisierung eines dahergelaufenen Faschisten? Ich habe es satt, ständig diese Fratze zu sehen.
    Dr. Michael Groß, Nesselröden (Nieders.)

  • Der Vergleich der offiziellen Bilder von Donald Trump zur Amtseinführung 2017 und 2025 sendet eine Botschaft. Lässt sich Herr Trump 2017 noch als lächelnder Präsident in seinem Amtssitz vor der amerikanischen Flagge ablichten – ein Bild, das Zuversicht und Optimismus ausstrahlen soll – so lässt er sich 2025 grimmig und bedrohend, ähnlich seinem Polizeifoto, darstellen. Das neue Bild entspricht seiner Ankündigung, Vergeltung zu suchen und als Racheengel die heimzusuchen, die ihm aus seiner Sicht unrecht getan haben. Lassen Sie sich nicht auf diese Bildersprache ein, gehen Sie frohen Mutes Ihren eigenen Weg im Sinne der Pressefreiheit und im Widerstand zu propagandistischen, undemokratischen, autokratieverherrlichenden Darstellungen.
    Christine Neff, Bolanden (Rhld.-Pf.)

  • Mir wäre nur halb so unwohl angesichts der nächsten Jahre mit Trump, Putin und Xi, wenn die Europäer sich endlich besinnen und zusammenraufen würden, um diesen Autokraten etwas entgegenzusetzen. Aber es steht leider zu befürchten, dass die einen (Ungarn, die Slowakei, Österreich et cetera) sich Putin in die Arme werfen und der Rest sich entweder Trump andient oder in ängstlicher Schockstarre verharrt. Es fehlt einfach an überzeugenden Führungspersonen in Deutschland und Europa, die über den parteipolitischen oder nationalen Tellerrand hinausblicken.
    Heribert Burdick, Bernau am Chiemsee (Bayern)

  • Das habt Ihr gut gemacht. Der Ausdruck ist gelungen. Kein Foto könnte auf dem Titelbild mehr ausdrücken.
    Klaus Windmüller, München

Härte zeigen

Heft 4/2025 Leitartikel: Wer in dieser Welt bestehen will, muss sich wehren 

  • Lieber SPIEGEL, lieber Tobias Rapp, toll, dass Ihr schon so kriegstüchtig seid, wie sich Boris Pistorius das wünscht. Für Deutschland wird es also darum gehen, »zurückzuschlagen«, »Drohnen abzuschießen«, »Computer lahmzulegen«, »Schiffe zu kapern« und »sich endlich zu wehren«. Ich hoffe mal, Ihr wartet in Eurem Kriegsenthusiasmus mit dem Zurückschlagen schon noch ab, bis wir tatsächlich angegriffen werden.
    Thomas Arnold, Nauheim (Hessen)

  • Ich erkenne ja meinen SPIEGEL gar nicht wieder, denn jetzt wird auf einmal der Saulus zum Paulus und die Taube zum Falken. Es hat lange gedauert, und ich hoffe nur, dass es noch nicht zu spät ist, Härte zu zeigen. Außerdem sind Demokratien immer offener und vorhersehbarer als Potentaten in Diktaturen. Was lernen wir nun hoffentlich daraus? Wir müssen die Ukraine natürlich weiter unterstützen – oder soll alles umsonst gewesen sein?
    Jean Dörnbrack, Berlin

  • Ein grandioser Leitartikel. Man denkt augenblicklich fast schon verzweifelt, bezogen auf die europäische und insbesondere deutsche Politik: »Ja, merkt ihr es denn wirklich nicht, seht ihr es nicht kommen?«, und würde sich wünschen, zumindest Teilpassagen Ihrer Ausführungen würden in die erste Regierungserklärung des zukünftigen Bundeskanzlers einfließen.
    Frank Aselage, Delmenhorst (Nieders.)

  • Wieder ein interessanter Bei­trag zur Verteidigungsfähigkeit der Bundesrepublik. Leider wird dieses Thema weder in Teilen der deutschen Politik noch in großen Teilen der Bevölkerung so richtig ernst genommen. Besonders in AfD und BSW liegt der Tenor einseitig auf einem wie auch immer gestalteten Friedenserhalt, zur Freude Putins. Gleichzeitig wird außerdem noch die Wiederaufnahme der russischen Gaslieferungen gefordert, was Putins Kriegskasse gut füllen würde. Vergessen wird dabei die einfache Wahrheit: »Willst du den Frieden, so musst du dich auf den Krieg vorbereiten.« In der DDR hieß das, der Friede muss bewaffnet sein. Sicher erzeugt das Thema Ängste. Die Politik hat es lange versäumt, diese unbequeme Wahrheit auszusprechen, aber mittlerweile kommen wir daran nicht mehr vorbei.
    Dr. Michael Lau, Altlandsberg (Brandenb.)

Konservative Beharrlichkeit

Heft 3/2025 Österreich: Was ein Kanzler Herbert Kickl bedeuten würde 

  • Seit ich 2023 aus der Eifel in mein Elternhaus in Niederösterreich zurückgekehrt bin, beschleicht mich das Gefühl, dass Österreich doch nicht mein Land ist, weil ich mich für die geschichtsvergessene Bevölkerung und deren VertreterInnen schämen muss. Seit dem Ende der NS-Diktatur vor 80 Jahren inszenierten sich meine Landsleute 50 Jahre lang als Opfer von Hitler und 30 Jahre lang als Opfer der EU. Die Masse sei primär reaktionär, sagte der ehemalige Bundeskanzler Bruno Kreisky: Daran hat sich bis heute nichts geändert.
    Maria Haberl, Neustadtl an der Donau (Österr.)

  • Wie kann es sein, dass die Kinder, Enkel und Urenkel der Nazis und ihrer Mitläufer die rechtsextreme FPÖ wählen und diese 80 Jahre nach Kriegsende somit wieder die Macht mitten in Europa ergreifen kann? Es steht zu befürchten, dass dies auch im »Stammland« des Holocaust früher oder später geschehen könnte. Vielleicht früher als man denkt, wenn die Grünen von Leuten wie Markus Söder im Voraus als Koalitionspartner ausgeschlossen werden und Gespräche mit der SPD scheitern sollten. In der CDU/CSU gibt es genug Sympathisanten für eine Zusammenarbeit mit der AfD. Mit dem Vorab-Ausschluss einer Koalition mit einer Partei der demokratischen Mitte sind es Söder und Co., die die politischen Ränder stärken. Wenn Söder dabei auf Österreich verweist und sagt, dass Schwarz-Grün die FPÖ gestärkt habe, sollte er auch eingestehen, dass in Deutschland die AfD unter Schwarz-Rot »aufblühte« und die ÖVP schneller als man denken kann, bereit ist, mit der FPÖ in einer Regierung zusammenarbeiten.
    Andrea Bauer, Oberammergau (Bayern)

  • Dass jemand wie Kickl vermutlich nächster österreichischer Bundeskanzler wird, entspricht aber durchaus einer gewissen inner­österreichischen Logik. Mit einer Ausnahme (1971 bis 1983) gab es hierzulande bei bundesweiten Wahlen stets eine Mehrheit rechts der Mitte. ÖVP und FPÖ kamen gemeinsam immer auf circa 55 Prozent, nur innerhalb des rechten Lagers gab es mitunter deutliche Verschiebungen. So irrlichtern mehrere Hunderttausend Wähler alle paar Jahre zwischen ÖVP und FPÖ hin und her, als gäbe es keine anderen Parteien. Sie wechselten von Strache zu Kurz und von Kurz zu Kickl, der jetzt eben die Nase vorn hat. Ein Grund für diese konservative Beharrlichkeit: Nur knapp 40 Prozent der ÖsterreicherInnen leben in Gemeinden mit mehr als 20.000 Einwohnern, und dass der ländliche Raum überproportional Parteien rechts der Mitte wählt, ist empirisch belegt.
    Thomas Klaus, Stockerau (Österr.)

Rentner subventionieren die Jüngeren

Heft 3/2025 Moritz Schularick, Präsident des Kiel Instituts für Weltwirtschaft, über höhere Verteidigungsausgaben 

  • Dieses kurze Interview ist eine Zumutung und inhaltlich unwissenschaftlich, aber neoliberal! Den Bundeszuschuss zur Rentenversicherung mit den Kosten für eine maßlose Aufrüstung zu vermengen, ist unterirdisch. Rentenansprüche sind durch Beiträge im Arbeitsleben rechtsverbindlich erworben. Erhöhungen sind (noch) gesetzlich geregelt. Wenn sich die Politik endlich dazu durchringen könnte, eine Reform der Rentenversicherung zu realisieren, damit alle in eine Bürgerversicherung einzahlen, wäre dies eine erhebliche Entlastung für den Bundeszuschuss.
    Dieter Hooge, Frankfurt am Main

  • Herr Schularick sagt, der Rentenzuschuss von 100 Millarden Euro müsste verringert und die Rente an die Inflation gekoppelt werden, sodass kein Rentner mehr einen realen Rentenanstieg bekommen würde. Leider vergisst er, dass die Rentner schon 62 Millarden Euro Steuern auf ihre Rente zahlen. Diese ungerechte Steuer, vor allen für die älteren Rentner, deren Beiträge schon versteuert wurden, führt somit nur noch zu einem Zuschuss von 38 Milliarden Euro.
    Rolf Heinrich, Voerde (NRW)

  • Rentner leisten bereits seit vielen Jahren einen erheblichen Beitrag. Die Rente wurde von fast 70 Prozent (in Höchstzeiten) auf 48 Prozent gekürzt, die zudem noch versteuert werden müssen. He­runtergebrochen auf den aktuellen Stand bedeutet das, dass Rentnern statt 1500 Euro (Stand ohne die Maßnahmen) nur noch 1000 Euro (Stand heute) zur Verfügung stehen. Mit der Kürzung von 500 Euro subventionieren Rentner bereits jetzt die jüngere Generation seit vielen Jahren in erheblichem Maß.
    Volker Lorenzen, Dörpling (Schl.-Holst.)

Nichts verstanden

Heft 3/2025 Die Politologen Christopher Daase und Nicole Deitelhoff über einen möglichen Frieden mit Putin 

  • Die Autoren bemängeln, dass sich die Debatte über den Umgang mit Putins Aggression auf die Frage nach Art und Menge der Waffensysteme verengen würde, die der Ukraine zu ihrer Verteidigung gestellt werden sollten, statt auf Friedensverhandlungen. Dies berührt indes nicht die Frage, wie man in solchen Verhandlungen Einvernehmen herstellen könnte, wenn Putin zur Durchsetzung seiner imperialen Gewaltpolitik der Ukraine das Existenzrecht aberkennt. Damit schließt er auch eine friedliche Koexistenz a priori aus. Jeder Kompromiss wäre ein Gesichts- und Machtverlust Putins, der sich auf eine militä­rische Endlösung festgelegt hat. Deshalb wird es eine diploma­tische Lösung nicht geben. Das macht Putin dem Westen, der EU durch seine Drohungen mit Atomwaffen deutlich. Er tut das, um Angst zu schüren, seine Gewaltpolitik durchzusetzen und die Ukraine als souveränen Staat auszulöschen. Die Länder des demokratischen Lagers müssen mit militärischer Schlagkraft die Souveränität der Ukraine wiederherstellen und den Krieg beenden.
    Dr. Wolfgang Welsch, Politologe, Sinsheim (Bad.-Württ.)

  • Christopher Daase und Nicole Deitelhoff zeigen in ihrem Text eindrücklich, dass sie vom Krieg Russlands gegen die Ukraine überhaupt nichts verstanden haben: Ein »Einvernehmen der Beteiligten«, die »Überwindung der Streitigkeiten« und eine »gemeinsame Sprache über Ansprüche und Rechte« sind ihrer Meinung nach notwendig. Würden sie das auch im Falle einer Vergewaltigung empfehlen? Und das von einem Professor und einer Professorin der Politikwissenschaft! Wo ist da die Expertise?
    Stefan Kugler, Markkleeberg (Sachsen)

  • Fast alle der im Bundestag vertretenen Parteien kriegen ihr Fett weg, und zu Recht bemängeln Daase und Deitelhoff, dass die strategische Diskussion zur Verteidigung der Ukraine sich fast völlig auf waffentechnische Fragen reduzierte. Nur: Wo war denn eigentlich ihre Zunft, die Friedens- und Konfliktforschung? Warum war sie nicht in der Lage, neben der Rüstungsindustrie zu einer bedeutsamen beratenden Stimme zu werden? Auch jetzt steuert sie wenig Konkretes bei. Eine (selbst-)kritische Auseinandersetzung mit dieser Frage habe ich vermisst.
    Dr. Heide Richter-Airijoki, Mitglied des Landtags von Sachsen-­Anhalt (SPD), Wittenberg

Warum Alice Weidel die Radikalsten in der AfD nicht unter Kontrolle bekommt

Heft 3/2025 Die AfD-Parteispitze bekommt die Radikalen nicht in den Griff 

  • »Die Parteispitze bekommt die Radikalen nicht in den Griff« – falsch, lieber SPIEGEL, die Radikalen haben die AfD im Griff. An der Parteispitze spricht, nein, brüllt jetzt die Radikalste. Alice Weidel hat auf dem Parteitag ihren Schafspelz abgelegt.
    Heiner Lillie, Meine (Nieders.)

So groß ist die Spionagegefahr durch Drohnen

Heft 3/2025 Spionagedrohnen über Deutschland 

  • Ich verstehe Deutschland nicht mehr. Stellen Sie sich mal vor, westliche Drohnen würden in den russischen Luftraum eindringen. Was würde geschehen?
    Wolfgang Koller, Meerbusch (NRW)

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