Brodelndes Finale - DER SPIEGEL
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ARCHITEKTUR Brodelndes Finale

• aus DER SPIEGEL 13/2002
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Die Pinakothek der Moderne in München sollte ein Prestigeobjekt werden - für den bayerischen Freistaat und den Architekten Stephan Braunfels. Doch um keinen anderen Neubau der vergangenen Jahre gab es so viel Knatsch. Am vergangenen Donnerstag präsentierten Braunfels und Bayerns Kunstminister Hans Zehetmair in München den noch leeren Neubau. Wen wundert's, dass auch dabei nicht nur jubiliert wurde. Zehetmair deutete »immer noch nicht vollständig ausgeräumte« Differenzen an. Mehrmals hatte sich schließlich die Fertigstellung des Baus verzögert, die Kosten stiegen von 100 Millionen auf 121 Millionen Euro. Als sich im vergangenen Jahr auch noch die riesige Glaskuppel als undicht erwies und der Deckenputz abbröckelte, drohte das Haus endgültig zur Pleiten- und Pannen-Pinakothek zu werden. Architekt Braunfels selbst hatte sich schon früh über den knappen Kostendeckel und den Zwang zu Billigmaterialien beschwert ("peinliche Misere"). Immerhin half der Freundeskreis der Pinakothek mit zusätzlichen Spenden aus. Braunfels' Büro hat sich zudem verschuldet, um weitere Korrekturen zu finanzieren. Eine ungewöhnliche Maßnahme, die sich aus ästhetischer Sicht lohnt: Das Museum, das von außen schlicht und hermetisch wirkt, überrascht mit einer lichten und klar strukturierten Innenwelt - und dürfte als idealer Rahmen für die bis September einziehende Kunst funktionieren. Wie viel Geld er ausgelegt hat, mag Braunfels nicht verraten. Aber er räumt ein: Er würde es gern zurückbekommen.

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