BRUST AN BRUST
reiht der Prager Graphiker Bohumil Stepan, 55, zu hintersinnigem Ulk: Ein wohlgeratenes Exemplar überreicht beispielsweise Eva, in Stepans Paradies, dem Gatten als frischgepflückte Leibesfrucht; ein Volkswagen trägt die Auswüchse statt Scheinwerfern; Napoleon hat auch nichts anderes im Kopf; und selbst bei der Darstellung eines Gehängten bietet ein Busen den Anknüpfungspunkt. So einfallsreich und so absurd durchgespielte Stepan-Witze -- Zeichnungen, Objekte, doch zumeist Collagen -- wurden jetzt im »Atelier Mensch« einer Hamburger Galerie, zu Preisen zwischen 60 und 1000 Mark zügig verkauft. Sie weisen den tschechischen »Weltmeister der Karikatur« (so die »Stuttgarter Zeitung") als Virtuosen der surrealistischen Klebetechnik aus, die er mit erotischem Spaß, politischen Spitzen und Respektlosigkeit gegen die Kunstgeschichte würzt. So hat er Millets »Abendläuten« durch eine monströse Pilzernte, Goyas »Nackte Maja« um einen Penis bereichert; seine »Mona Lisa« hingegen trägt das Patriarchenantlitz sowie den Rauschebart Leonardo da Vincis. Seinen ersten Kontakt mit diesem Kombinations-Verfahren datiert Stepan weit zurück: »Als Bub«, entsinnt er sich, »habe ich eine Collagenhose getragen.« Ein kongeniales künstlerisches Flick-Werk stellte er als »Selbstporträt« nun auch in Hamburg aus -- ein vehement zerschlitztes reales Beinkleid; durch die Risse blinkt ein gezeichnetes Gesäß.