Charles Simic
wurde 1938 in Belgrad geboren, gilt aber heute als einer der bedeutendsten amerikanischen Lyriker. Seit 1959 hat Simic, 57, zahlreiche Gedichte und Essays veröffentlicht; 1990 erhielt er den Pulitzerpreis. An der University of New Hampshire unterrichtet er Literatur. Als Kind erlebte er die Bombardements der Deutschen und der Alliierten. Im Chaos der Nachkriegszeit schwänzte Simic die Schule und streunte herum: »Wenn ich mit meiner Mutter nicht in die USA emigriert wäre, hätte mir das Erziehungsheim gedroht.« Viele seiner Gedichte handeln vom Krieg; er schrieb sie, als ein neues Blutbad auf dem Balkan undenkbar schien. Für seinen Übersetzer Hans Magnus Enzensberger erklärt sich ihre unheimliche Aktualität daraus, »daß Charles Simic nichts vergessen hat«.