LESUNGEN Country & Crime
Ich schnappte mir ein Taxi, das von einem der Landessprache nicht mächtigen Herrn aus der Dritten Welt gelenkt wurde. Wie sich herausstellte, sprach er gerade genug Englisch, um mir zu befehlen, meine Zigarre auszudrücken.« Hübsch boshafte Sottisen wie diese finden sich reichlich in den Krimis von Kinky Friedman, zu dessen begeisterten Lesern auch Bill Clinton zählt. Bekannt wurde der 1944 in Texas geborene Friedman bereits in den siebziger Jahren, als er mit Bob Dylan tourte und mit dem Stück »They Ain't Makin' Jews Like Jesus Anymore« nahezu einen Hit landete. Amüsiert erzählt Friedman, er sei außer Jesus der einzige Jude, den man in Texas kenne. Mit derselben Chuzpe inszeniert er sich in seinen Romanen ("Gürteltier und Spitzenhäubchen") als sarkastischen Kommentator des modernen Amerika. In Deutschland ist der Star des Country & Crime, der als eine seiner Schutzheiligen Anne Frank nennt, noch nie aufgetreten - jetzt hat ihn ein hartnäckiger Fan doch zu zwei musikgestützten Lesungen überreden können: Am 5. und 6. Juli liest und singt Kinky Friedman in der Berliner Passionskirche am Marheinekeplatz (Information und Karten: 030/693 68 39).