MODE Damenbluse statt Männerhemd
In diesem Herbst wird Damenmode wieder feminin. Mit den taillierten Kostümen erlebt auch ein lange Zeit als spießig geltendes Kleidungsstück seine Renaissance: die Schluppenbluse. Der zur weich fallenden Schleife gebundene Kragen sagt deutlich: Ich bin eine Damenbluse, kein von einer Frau getragenes Männerhemd. Sigrid Löffler, jüngst aus dem »Literarischen Quartett« ausgeschiedene Literaturkritikerin und seit Jahren Trägerin von Schluppenblusen, liegt damit zumindest in ihrer Kleiderwahl eher im Trend als die typische TV-Männerhemdfrau Sabine Christiansen. In den neuen Kollektionen von Prada, Laroche oder Cavalli zieren ordentliche Schleifenkragen jeder Farbe den Halsausschnitt unter figurbetonten Kostümen. Während Trendforscher eine neue Züchtigkeit und einen Hang zur konservativen Ausstrahlung zu entdecken glauben, bleiben Branchenkenner gelassen. Kornelia Kopka, 46, von der Kooperation »Die Meisterschneider zu Hamburg« erklärt den Trend zu Kostüm und Schluppenbluse mit der verbesserten Qualität elastanhaltiger Stoffe. Taillierte Kostüme, so Kopka, seien allein wegen ihrer Unbequemlichkeit aus der Mode geraten. Stretchstoffe ermöglichen auf Figur zugeschnittene, feminine Formen, ohne die Bewegungsfreiheit einzuschränken. Mit dem Effekt, dass Frauen Spaß daran haben, sich von Männern zu unterscheiden.