Dandy-Rock in Kriegsbemalung - DER SPIEGEL
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Dandy-Rock in Kriegsbemalung

• aus DER SPIEGEL 8/1981
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»Es ist traurig, daß man euch auffordern muß, Spaß zu haben, wenn ihr jung seid«, singt, zum ekstatischen Afro-Beat zweier Schlagzeuge, Adam von der neuesten englischen Erfolgs-Rockband »Adam And The Ants« (Adam und die Ameisen). Ein paar Jahre hatte sich der Sänger im Grau und Schwarz der Punks vergebens um größere Publikums-Resonanz bemüht -- jetzt steckt er im bunten Piraten-Wams, hat Indianer-Kriegsbemalung im Gesicht, und seine LP »Kings of the Wild Frontier« ist die Nummer eins der britischen Hitlisten. Die Lust an euphorisierender Rockmusik und bunter Kostümierung scheint angesagt, während die Arbeitslosen-Schlangen wachsen. Englands Jugend feiert Karneval und tanzt in wilden eskapistischen Phantasie-Gewändern aus der Depression: Verwegen verkleidete Bands wie »Spandau Ballet« oder »Visage« sind die Kult-Attraktionen der Londoner Jung-Dandys. Ihre Platten sind Bestseller, und die Auftritte der Gruppen gleichen eher mondänen Partys als den üblichen Rock-Konzerten. Das Publikum posiert im Dekadenz-Look, und von der Bühne kommt die Begleitmusik.

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