Das Narenschiff (USA) - DER SPIEGEL
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NEU IN DEUTSCHLAND Das Narenschiff (USA)

• aus DER SPIEGEL 43/1965
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Stanley Kramer, als Regisseur zeitnaher Stoffe ("Urteil von Nürnberg") sein eigener Produzent, nutzt Katherine Anne Porters Bestseller zu neuer Bewältigung deutscher Vergangenheit. An Bord des deutschen Passagierdampfers »Vera«, 1933 unterwegs von Vera Cruz nach Bremerhaven, trägt ein internationales Ensemble politische und private Konflikte aus: Der antisemitische Verleger Rieber (José Ferrer) teilt die Kabine mit dem gutmütigen Juden Löwenthal (Heinz Rühmann: »Ein deutscher Jude ist immer zuerst Deutscher und dann erst Jude"); der deutsche Schiffsarzt (Oskar Werner) verliebt sich in eine rauschgiftsüchtige spanische Gräfin (Simone Signoret); ein betrunkener amerikanischer Baseballspieler (Lee Marvin) vergreift sich an einer kalten Amerikanerin (Vivien Leigh). Beim Ablegen nennt ein Zwerg die Passagiere Narren und rät dem Betrachter des glänzend konventionellen Schwarz-Weiß -Bildwerks, sich wiederzuerkennen. Das fällt schwer.

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