Der Führer als Filmstar - DER SPIEGEL
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Der Führer als Filmstar

• aus DER SPIEGEL 42/2002
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Was wäre, wenn ...? Diesem Lieblingsgedankenspiel vieler Stammtischhistoriker frönen zwei neue Spielfilme angelsächsischer Herkunft, die sich die diabolische Attraktivität der Figur Adolf Hitler zu Nutze machen. Zum Beispiel: Was wäre, wenn Hitler doch eine Künstlerkarriere geschafft hätte? In dem amerikanischen Film »Max« von Menno Meyjes, der beim Festival in Toronto uraufgeführt wurde, nimmt 1918 in München ein jüdischer Kunsthändler (John Cusack) den Kriegsheimkehrer Hitler (Noah Taylor) in Obhut und versucht einen Avantgardisten nach kubistischer oder dadaistischer Art aus ihm zu machen, was beinahe auch gelingt. Anderes Beispiel: Was wäre, wenn Hitler sich 1945 verkleidet aus Berlin nach London abgesetzt hätte? Der britische Film »mRs mEiTLemeIHr« von Graham Rose, der beim Festival in Venedig uraufgeführt wurde, verrät schon in seinem zungenbrecherischen Titel, welches Kostüm sich unter Aufopferung des Schnurrbarts als rettend erwiesen hat: ein weibliches. Den Führer im Fummel spielt Deutschlands dämonischster Exportstar: Udo Kier.

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