Arnaldo Pomodoro ist tot: Nachkriegskünstler und Kugel-Mann - DER SPIEGEL
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Zum Tod von Arnaldo Pomodoro Der Kugel-Mann

Der italienische Bildhauer galt lange als einer der bedeutendsten Nachkriegskünstler seiner Heimat. Seine riesigen glänzenden Skulpturen stehen überall auf der Welt als Erinnerung an die Zerbrechlichkeit des Lebens. Jetzt ist Arnaldo Pomodoro im Alter von 98 Jahren gestorben.
• aus DER SPIEGEL 27/2025
Künstler Pomodoro
Künstler Pomodoro

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Foto:

Luca Matarazzo / IPA / IMAGO

In den Sechzigerjahren gelangte der italienische Bildhauer zu internationalem Ruhm. Seine monumentalen, hochglanzpolierten Kugelskulpturen scheinen auf den ersten Blick fast dekorativ, ja harmlos, doch sie lassen den Betrachter innehalten: Beunruhigende Spalte geben einen Blick ins Innere preis, sie klaffen wie offene Wunden. Arnaldo Pomodoro, geboren 1926 und geprägt durch den Zweiten Weltkrieg, den Holocaust und die nukleare Bedrohung, offenbarte mit seiner Kunst einen Blick in den Abgrund, er machte die Zerbrechlichkeit der Welt deutlich. Seine Werke stehen auf öffentlichen Plätzen: vor dem Uno-Hauptquartier in New York, im Vatikan, vor dem Staatstheater in Darmstadt befindet sich eine Konstruktion, die auch als Denkmal für Georg Büchner bekannt ist. Pomodoro erwarb ein Diplom als Vermessungsingenieur, arbeitete als Berater beim Wiederaufbau zerbombter Gebäude, später als Goldschmied und studierte Bühnenbild. Er gewann zahlreiche Preise und galt lange als der wichtigste Nachkriegskünstler Italiens. Arnaldo Pomodoro starb am 22. Juni in Mailand.

ks
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