Der sexy Sommer der Anarchie - DER SPIEGEL
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JUNGREGISSEURE Der sexy Sommer der Anarchie

• aus DER SPIEGEL 50/2002
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

So jung und schön und verwirrt kommen wir nicht mehr zusammen - frei nach diesem Motto erzählt der Film »Jeans« von einem letzten Sommer vor dem Ernst des Lebens: Man sieht späte Jungs und Mädchen (alle so in den Zwanzigern oder frühen Dreißigern und also kurz vorm Erwachsenwerden) cool im Bett liegen und allerlei verrücktes Zeug plappern, man sieht sie tanzen, ihre manchmal nackten Körper aneinander schmiegen oder komatös im Krankenhaus dahinsiechen - und staunt immer wieder über die Chuzpe dieses in Berlin spielenden Films: Die Frechheit der Regisseurin Nicolette Krebitz, 31, besteht vor allem im kommentarlosen Abbilden mehr oder weniger lustiger Banalitäten, die ihr in ihrem erweiterten Freundeskreis begegneten. Krebitz ist bislang als Schauspielerin in Filmen wie »Der Tunnel« als tolle Begabung aufgefallen und vertraut in ihrem Regie-Debütfilm auf mal rührende, mal nervende und oft verblüffende Art darauf, dass die coolen Posen und das nette Gerede ihrer großteils eher hampeligen Darsteller sich schon irgendwie reimen werden. Tun sie zwar nicht, weshalb der nun in den Programmkinos laufende Film »Jeans« keinesfalls als schlau analytisches Generationenporträt taugt - dafür ist er ein kleines, irrlichterndes Werk über einen Sommer des Abschieds und der Liebe.

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