Kino in Kürze »Die Entdeckung des Himmels«
. Wenn es dem lieben Gott plötzlich einfällt, von der Menschheit die Zehn Gebote zurückzuverlangen, die Originale natürlich, die er damals auf Steintafeln Moses in die Hand gedrückt hat, bricht Hektik aus. Erzengel Gabriel, dargestellt von Regisseur Jeroen Krabbé, sendet einen Agenten auf die Erde hinab, um die Jäger des verlorenen Schatzes zu alarmieren: Wo zum Teufel steckt sie denn nun wirklich, die sagenhafte biblische »Bundeslade«? Der Eindruck von Hektik, bei einer sich über zwei Jahrzehnte hinziehenden Filmhandlung mit den Hauptschauplätzen Amsterdam, Havanna, Auschwitz, Rom, Jerusalem sowie dem Himmel selbst, entspringt aber auch der Strapaze, den 800-seitigen, bildungs- und bedeutungsüberfrachteten Roman von Harry Mulisch im Crashkurs von zwei Kinostunden durchzunehmen. Die ambitionierte und luxuriös ausgestattete niederländische Produktion (in englischer Sprache) verdient als besonders aufgeblasenes und eitles Exemplar der Spezies Literaturverfilmung allen Respekt.