»Die Sprache ist das Problem« - DER SPIEGEL
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SCHAUSPIELER »Die Sprache ist das Problem«

Ralf Moeller, 43, aus Recklinghausen stammender Hollywood-Darsteller, spielt in dem am Donnerstag dieser Woche in Deutschland anlaufenden Film »The Scorpion King« General Thorak, der die Truppe des grausamen Herrschers Memnon anführt.
• aus DER SPIEGEL 17/2002
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SPIEGEL: Herr Moeller, wird dieser Film Ihnen den erträumten Durchbruch in Hollywood bescheren?

Moeller: Nein, natürlich nicht. Ich bin nur in einer Nebenrolle zehn, fünfzehn Minuten zu sehen. Der Durchbruch ist mir bereits vor zehn Jahren geglückt, in »Universal Soldier«. Seither stehe ich in Hollywood weit häufiger vor der Kamera als irgendein anderer Deutscher, eine Tatsache, die so mancher der so genannten Intellektuellen unter den Kritikern gern übersieht.

SPIEGEL: Stört Sie die Kritik an Ihren schauspielerischen Fähigkeiten?

Moeller: Ich weiß zwischen Neid, übler Nachrede und konstruktiver Kritik zu unterscheiden. Ich kenne meine Schwächen. Tatsache ist allerdings: Mehr als 100 000 Schauspieler sind in dieser Stadt arbeitslos, aber ich werde immer wieder verpflichtet. Ich habe in dem Oscar-gekrönten Film »Gladiator« den Kämpfer Hagen gespielt, und Hauptdarsteller Russell Crowe hat mich in seiner Oscar-Dankesrede erwähnt. Dieser Film hat mich in der Akzeptanz und Popularität ein ganzes Stück nach vorn gebracht.

SPIEGEL: Wie erklären Sie sich, dass Deutsche sich so schwer tun in Hollywood?

Moeller: Nicht die Deutschen allein - auch die Franzosen, Italiener, Spanier. Die Sprache ist das wesentliche Problem, der Akzent. Ridley Scott hätte mich gern in dem Kriegsfilm »Black Hawk Down« dabeigehabt, nur: Ein GI, deutsch eingefärbt, das passte nicht ins Bild. Erfolg in dieser Stadt setzt Glück voraus und Durchsetzungsvermögen. Tom Cruise, Russell Crowe, das wird immer wieder vergessen, haben Jahre benötigt, bevor sie zu Stars wurden. Ich verlasse mich nicht auf Agenten, sondern bin selber aktiv. Hollywood ist der Hauptbahnhof, in dem Züge in alle möglichen Richtungen fahren, und ich weiß, auf welchen ich springen muss.

SPIEGEL: Wie viel Zeit geben Sie sich für die erste große Hauptrolle?

Moeller: Jetzt übertreibt der Moeller wieder, werden Kritiker sagen, aber ich prophezeie: in zwei, drei Jahren. Ich schaff's. »The Scorpion King« ist eine weitere Stufe auf dem Weg nach oben.

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