DIE WONNEN DER EHE - DER SPIEGEL
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DIE WONNEN DER EHE

Kein Pardon für Mann und Frau: Fay Weldons bissige Generalabrechnung
• aus DER SPIEGEL 42/2000
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Ned heißt der geliebte Ehemann der erfolgreichen Schauspielerin Alexandra. Er lebt auf dem Land und macht sich mit Theaterkritiken unbeliebt, während seine Frau in London Bühnentriumphe feiert. Ned ist weder alt noch krank, doch eines Tages einfach tot.

Herzinfarkt, lautet die Diagnose, dahingerafft, während im Fernsehen die ersten zehn Minuten des Films »Casablanca« liefen. Alexandra kann ihr Unglück kaum fassen, muss jedoch, während sie Beerdigung und Trauerfeier vorbereitet, erkennen, dass ihr Ehedasein sich weniger konventionell abgespielt hat, als sie dachte. Die scheinbar Anteil nehmenden Freundinnen belügen sie, gierige Erben tauchen auf, deren Existenz ihr Mann vor ihr verborgen hielt, eine hysterische Blondine outet sich als Geliebte. Alexandra fühlt sich um ihr Leben mit Ned betrogen, die Trauer, die sie für ihn empfindet, wird entwertet - und es dauert eine Weile, bis sie ihren gehässigen Gegenspielern Widerstand bietet. Die Britin Fay Weldon, berühmt für lakonische Romane über die brüchige Gemütlichkeit der Ehe, hat diese satirische Geschichte ersonnen, und sie schont niemanden: Männer sind Schweine, doch Schweineherzen bluten auch, Frauen sind gemein, tückisch und allseits bereit, ihre beste Freundin zu betrügen. Der Roman ist unterhaltsam, spritzig, eine Gebrauchsanweisung für den Umgang mit unliebsamen Ehegatten und besten Feindinnen. ANGELA GATTERBURG

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