Documenta
Die Documenta, traditionell eine Finanzkatastrophe (Ausnahme: 1968), kriegt wieder ihr Defizit, nach Schätzungen rund 800 000 Mark. Zwar sind zwei Wochen vor Ausstellungsschluß stichfeste Abrechnungen noch nicht zur Hand, doch ist »die Schuldfrage schon entschieden« so Documenta-Generalsekretär Szeemann, der nach Meinung eines Geschäftsführers zusammen mit dem technischen Leiter entlassen und regreßpflichtig gemacht werden sollte. Denn kurz vor Eröffnung sind (offenbar unumgängliche) Aufträge etwa für Trennwände und Malerarbeiten regelwidrig ohne Gegenzeichnung eines Geschäftsführers erteilt worden. Das Defizit wird aber auch durch die Jugend des (dadurch zu ermäßigtem Eintritt berechtigten) Publikums verschärft, und nach unglücklichem Verlags-Vertrag ist der Gewinn aus Katalogverkäufen (Ansatz: 200 000 Mark) »natürlich flöten« (Szeemann). Möglicher Schutz gegen die nächste Documenta-Pleite: ein ständiger Planungsstab und als »richtiger Geschäftsführer« (Szeemann) ein hauptamtlicher »Top-Manager« (so Kassels CDU-Opposition).