Dominotheorie - DER SPIEGEL
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JUGENDKULTUR Dominotheorie

• aus DER SPIEGEL 49/2002
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Bloß nicht jugendkritischen Mieseund Pisapetern weitererzählen: Die erfolgreichste Sendung bei 14- bis 49jährigen Zuschauern in der letzten Zeit war der RTL-»Domino Day«. Der Branchendienst »kressreport« hat ausgerechnet, dass mit 6,32 Millionen jungen Zusehern das Umfallen der Dominosteine in einer holländischen Messehalle so juvenile Attraktionen wie Gottschalks »Wetten, dass ...?«, aber auch locker die bei den Privaten angebotenen Spielfilme wie »Armageddon - Das jüngste Gericht« oder »James Bond - Die Welt ist nicht genug« unter sich begraben hat. Selbst der Vorbericht und der Nachklapp »Domino Day - Die Auszählung« brachten Rekordquoten und bestätigten den Erfolg dieses seit 1998 angebotenen Stücks »Event-Fernsehen«. Untergang des TV-Abendlandes? Entmutigung für alle künstlerische Bemühung um junges Publikum? I wo. Dem unerbittlichen Walten der Schwerkraft zuzusehen - ein Stein wirft den nächsten um - kann mit Kant als Erleben der Erhabenheit angesehen werden, dessen Vorstellung das Gemüt bestimmt, »sich die Unerreichbarkeit der Natur als Darstellung von Ideen zu denken«. Und was kippt nicht alles, besonders in der jugendlichen Welt, aus- und übereinander?

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