Drei E - DER SPIEGEL
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SCHALLPLATTEN Drei E

»The Flock«, Jerry Goodmon (Violine, Gitarre), Fred Glickstein (Gitarre, Gesang). Ric Canoff, Tom Webb (Saxophone), Frank Posa (Trompete), Jerry Smith (Baßgitarre). Ron Korpman (Schlagzeug). CBS S 63 133; 19 Mark.
• aus DER SPIEGEL 16/1970
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So wie Jerry Goodman hat noch kein Geiger im Plattenstudio die Violine malträtiert. Und je mehr der Rock-Paganini mit dem Bogen auf sein Instrument einschlug, je schrillere Disharmonien er kratzte und fiedelte. desto deutlicher erkannte sein Produzent John McClure, der sonst nur E-Musik aufnimmt: »Es gibt keine Klangunterschiede mehr zwischen Avantgarde und Pop,«

Das machen, meint McClure, »die drei E": Elektronik, Eklektizismus, Experiment; und zumindest für Goodmans Chicagoer Rock-Kommune »Flock« ("Die Herde"), die sich von allen amerikanischen Popmusik-Gruppen am weitesten der zeitgenössischen Kunstmusik nähert, trifft es auch zu.

Denn was die sieben jüdischen Musikanten, die diese Woche zum erstenmal in Deutschland konzertieren, so virtuos aufführen, ist eine experimentelle, nie zuvor gehörte Mixtur aus Flamenco und Free Jazz, Zerr- und Zigeunerklängen, Beatles und Blues, Pop und Pußtamusik. Es ist differenziert im Solo, kompakt in den Bläsersätzen und hat immer einen swingenden, rockenden Beat.

»Mit diesem Rhythmus«, hofft Goodman, »müßten eigentlich auch komplizierte Improvisationen beim Publikum ankommen.« Möge er recht behalten.

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