Duell der Robin Hoods
Vor zwei Jahren war in Hollywood von mehreren konkurrierenden Robin-Hood-Filmen die Rede. Eines der Projekte wurde begraben, und ein zweites, ursprünglich britischer Herkunft, wurde von der 20th Century-Fox für den US-Markt zu einem TV-Film umgestrickt, denn es schien aussichtslos, gegen Superstar Kevin Costner anzutreten, den die Warner Brothers als Robin Hood gewonnen hatten. Doch auf dem Euro-Markt läuft die Konkurrenz anders: Hier bringt (diese Woche in Deutschland) Centfox eine geraffte Fassung ihres Fernseh-»Robin Hood« mit dem Untertitel »Ein Leben für Richard Löwenherz« in die Kinos - mag sie, mit einem Vierteljahr Vorsprung, Kevin Costner etwas Wind aus den Segeln nehmen. Die Centfox-Produktion, mit dem glutäugigen Patrick Bergin als Star, ist ehrenwert bemüht, den Sagenhelden historisch in den Konflikt zwischen Angelsachsen und Normannen einzubetten, aber lahm, und stürzt nach einigem genreüblichen Hickhack aufs Happy-End zu - so holterdipolter, daß der Untertitel-Held Richard Löwenherz im Film überhaupt nicht vorkommt.