»Effektivere Theater« - DER SPIEGEL
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KULTURPOLITIK »Effektivere Theater«

Die thüringische Kulturministerin Dagmar Schipanski, 60, über den Theaterneubau in der Landeshauptstadt Erfurt, der am 12. September eröffnet wird
• aus DER SPIEGEL 37/2003
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SPIEGEL: Frau Schipanski, die Kommunen ächzen unter der Finanznot, mehrere Bundesländer sind nahezu pleite, und das arme Thüringen gönnt sich einen Theaterneubau für über 60 Millionen Euro. Was soll das?

Schipanski: Das ist ein Ersatzbau, das alte Thea- ter war so marode, dass es vor sechs Jahren geschlossen werden musste. Eine Landeshauptstadt ohne Theater kann ich mir nicht vorstellen. Der Bau vom Hamburger Architekten Jörg Friedrich ist modern, transparent und eine architektonische Glanzleistung.

SPIEGEL: Wäre eine Verschmelzung mit dem benachbarten Nationaltheater in Weimar nicht billiger gewesen?

Schipanski: Einer Spielstätte in Erfurt hätte es dennoch bedurft. Ich gehe davon aus, dass die beiden Häuser trotzdem stark kooperieren. Das sollten übrigens alle thüringischen Theater so halten, wie etwa jetzt schon Eisenach und Meiningen.

SPIEGEL: Nur noch bis 2008 sind die Theater in Weimar und Erfurt vom Land finanziell abgesichert. Was kommt dann? Wird dann eines der beiden Häuser geschlossen?

Schipanski: Das steht jetzt nicht zur Debatte. Theater sind nun mal der Stoff, aus dem die Träume sind, aber sie müssen auch deutlich effektiver werden. Wenn die Künstler es schaffen, in einer Zeit der Event-Kultur auch wieder mehr junge Leute für ihre Kunst zu begeistern, sichern sie ihre Zukunft. Seit 200 Jahren hat sich das deutsche Theater in seiner Struktur kaum geändert. Nun ist es höchste Zeit, dass wir durch neue Tarifverträge, Kooperationen und Spezialisierungen der Häuser auf Schwerpunkte daran etwas ändern.

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