Emanzipation - DER SPIEGEL
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Emanzipation

• aus DER SPIEGEL 45/1972
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Man(n) staunt: Amerikas Frauenbefreierinnen, die schon Marilyn Monroe als »Women's Lib«-Idol neuentdeckten, haben ein weiteres subkulturelles Vorbild aufgespürt -- »Wonder Woman«. Die Comic-Heroine, die 1941 von einem Mann namens Marston erfunden wurde und auch heute noch (»schön wie Aphrodite, klug wie Athene, stark wie Herkules«) durch US-Zeitungen stript, war kürzlich von der Autorin Joanne Edgar im Magazin »Ms.« als »einzige weibliche Comic-Figur mit eigenständiger Individualität« gedeutet und zum »Vorbild für Mädchen« erhoben worden. Nun bringt der Verlag Holt, Rinehart & Winston ein Buch mit den besten Bildergeschichten der »Wunderfrau« auf den Markt, angereichert mit Essays der Feministin Gloria Steinem und der Psychologin Dr. Phyllis Chesler. »Wonder Woman«, schwärmt Steinern, verkörpere »weibliches Selbstvertrauen und weibliche Solidarität«. Marstons Amazone, erklärt Chesler, folge einem »altruistischen Ehrenkodex«, aber nicht dem herkömmlich weiblich-schwächlichen, sondern einem der »Stärke«. Da wird auch der stärkste männliche Comic-Freund schwach.

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