»Engelchen« - DER SPIEGEL
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Kino in Kürze »Engelchen«

Von Jenny Hoch
• aus DER SPIEGEL 40/1997
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ist keine Erfolgsmieze, wie sie im neuen deutschen Gute-Laune-Kino gewünscht wird, vielmehr ein schwer bescheuertes, anrührendes, unwiderstehliches Mauerblümchen. Deshalb hat der Film »Engelchen« von Helke Misselwitz wohl im Ausland etliche Festival-Trophäen gewonnen, aber hierzulande lange keinen Verleih gekriegt. Die Fördergelder schmeißt man lieber einer tumben Comic-Verfilmung wie »Prinz Eisenherz« (über sechs Millionen Mark Zuschuß) hinterher. Wer will sich schon einlassen auf die Melancholie eines Hinterhof-Melodrams vom Berliner Ostkreuz, auf die närrische Liebe einer Hilfsarbeiterin zu einem Zigarettenschmuggler polnischer Provenienz, der sich als Hallodri erweist? In pittoresken Nebenrollen paradieren ein paar der Power-Stars von Castorfs Ost-Berliner Volksbühne, und in der Titelrolle ist Susanne Lothar ein Naturereignis. Kurz: Engelchen ist die Hoffnungsträgerin eines neuen Kinos, doch Prinz Eisenherz wird sie plattmachen.

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