Kino in Kürze »Eureka«
handelt von den drei traumatisierten Überlebenden des Massakers, das ein Amokschütze in einem Autobus im ländlichen Süden Japans angerichtet hat: einem halbwüchsigen Geschwisterpaar einerseits und dem Busfahrer andererseits, der kurz nach der Tat spurlos verschwunden ist. Als er nach zwei Jahren wieder auftaucht, findet er die beiden Kinder verwaist und in stummer Isolation verschanzt. Er beginnt, sich um sie zu kümmern, und besorgt, um sie aus ihren Alpträumen zu befreien, einen Autobus, mit dem sie zum Tatort zurückkehren und dann zu einer Irr- oder Pilgerfahrt durchs Land aufbrechen. Aoyama Shinjis in Cannes prämierter Film »Eureka« (dessen Titel, wie vieles andere, unerklärt bleibt) entwickelt aus der wortkargen Langsamkeit seiner Schwarzweißbilder im Lauf von dreieinhalb Stunden einen hypnotischen Sog. Als am Ende das stumme Mädchen seine Stimme erhebt, um die Toten zu rufen, schwingt die Kamera sich in die Luft, und die Welt wird farbig: So sieht Erlösung aus.