»Ex«.
Nachts sieht die Verzweiflung wie ein Abenteuer aus. Man muß nur ein Auto knacken, ein paar Nasen hochziehen und Wettrennen fahren. Nachmittags, wenn vom Kokain nur ein Kater bleibt, kommen die Depressionen und die Sehnsucht nach der nächsten Linie Koks. Drei Jungs und ein Mädchen torkeln durch ein Berlin, das erst nach Einbruch der Dunkelheit erträglich wird, und manchmal scheinen sie sich nach einer ewigen Nacht zu sehnen. Mark Schlichters Film wurde vom Kleinen Fernsehspiel des ZDF und Arte mitproduziert, weshalb die pädagogischen Untertöne im Drehbuch nicht fehlen durften. Doch die Inszenierung spricht die Sprache ihrer Helden. Und gegen jene grausame Wahrheit, daß für junge Menschen der eigene Tod eine Versuchung und Verführung ist, hilft ohnehin keine erwachsene Moral.