GLÜCKSSPIEL Exklusive Luft
In Las Vegas nennt man sie »Wale«, was das Gegenteil der »kleinen Fische« sein soll: Gemeint sind jene rund 250 Glücksspieler auf dieser Welt, die am Abend mit einer Million Dollar Spielgeld ins Kasino gehen und morgens noch reicher - oder ein bißchen ärmer - wieder herauskommen. Zu ihnen gehören der australische Medientycoon Kerry Packer, der Sultan von Brunei sowie diverse Größen aus der Film- und Fernsehbranche - und sie alle können sich kostenlos in Privatjets zum Kasino fliegen lassen und werden durch einen 24-Stunden-Butlerservice betreut. Da aber auch die Konkurrenz in Asien und Australien aufrüstet, müssen sich die Hotels in Las Vegas ständig Neues einfallen lassen. Das Hilton hat deshalb für 44 Millionen Dollar drei Luxus-Suiten eingerichtet, das Mirage investierte etwa 150 Millionen Dollar in Gemälde von Renoir, Monet, Cézanne, van Gogh und Picasso, die im nächsten Jahr allerdings in das neue Bellagio Hotel (Projektkosten: 1,8 Milliarden Dollar) umziehen werden. Und das MGM Grand plant für die »High Rollers« eine 700- Millionen-Dollar-Investition: Unter einem gewaltigen Glaskasten soll ein Park mit 30 Villen entstehen. »Sogar die Luft, die die Leute atmen«, sagt Robin M. Farley, Unternehmensberaterin und Expertin für die Glücksspielindustrie, »wird exklusiv sein.«