MUSEEN Falsche Ente?
Die Staatsanwälte vermuten Betrug - und das im renommierten Roemer- und Pelizaeus-Museum (RPM) in Hildesheim: Es geht um eine Alabasterschale in Entenform, die aus dem alten Ägypten stammen soll, und um ein angeblich antikes Bootsmodell. Beide Objekte, sagen Gutachter, seien nicht so alt und bestünden aus Versatzstücken: Fälschungen - für die der frühere RPM-Chef Arne Eggebrecht 340 000 Mark ausgegeben haben soll. Seiner Nachfolgerin Eleni Vassilika kamen Zweifel. Als der beteiligte Hamburger Händler Geld für ein ebenso dubioses Diadem anmahnte, benachrichtigte sie den RPM-Aufsichtsrat. Doch ein Mitglied, Hildesheims Oberbürgermeister Kurt Machens, ging an die lokale Presse. Vassilika reagierte mit einer Anzeige wegen Verletzung der Geheimhaltungspflicht. Die Staatsanwaltschaft will nun herausfinden, ob die seinerzeit Verantwortlichen von den möglichen Fälschungen wussten. Mit dem Galeristen arbeitete man schon länger zusammen: Er bestückte Ausstellungen aus seinem Bestand, lagerte seine Ware im RPM - und verkaufte ihm weitere Objekte.