Fassbinders Terroristen
Um ihre Geschäfte -- den Absatz von Computern und die Verfolgung von Terroristen -- anzukurbeln, gründen ein Unternehmer und ein Polizei-Kommissar heimlich eine »revolutionäre Zelle«. Der Terrorismus: eine Erfindung des Kapitals, staatserhaltend und konjunkturfördernd. Das ist der Ausgangspunkt von Rainer Werner Fassbinders Satire »Die dritte Generation«, die jetzt beim Filmfestival von Cannes uraufgeführt wurde. Als böse, verwirrende Abrechnung mit Spontis und Selbstzweck-Aktionisten, als Posse ohne Tiefsinn und Ehrfurcht, betreibt der Film Klamauk mit Entsetzen, ist chaotisch wie die geschilderte Realität. Kaum hatten sie Konkretes erfahren, stornierten WDR und Berliner Senat ihre finanziellen Zusagen für das Projekt; Fassbinder machte Schulden und produzierte allein. -- Im September kommt »Die dritte Generation« in die Kinos.