Ferran Adrià: Ein Museum für den Koch - DER SPIEGEL
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Ferran Adrià Ein Museum für den Koch

• aus DER SPIEGEL 22/2023
Foto:

Atilano Garcia / SOPA Images / ddp

Der Ausnahmekoch und Revolutionär der gehobenen Gastronomie Ferran Adrià, 61, wird ein Museum eröffnen – über sich selbst. In dem Ge­bäude, in dem bis 2011 sein weltberühmtes Restaurant El Bulli residierte, hat der in der Nähe Barcelonas geborene Spanier dokumentiert, was, jedenfalls bis hierhin, sein Lebenswerk genannt werden kann. Malerisch am Meer gelegen, über zwei Stunden Autofahrt von Barcelona entfernt, steht das Haus, in dem der Erfinder der Avantgarde-Küche viele Jahre wirkte. Mit seiner experimentellen Lebensmittelzubereitung legte er den Grundstein für die bis heute viel kopierte Molekularküche. Von 1986 bis 2011 leitete Adrià das Lokal, er galt als einer der einflussreichsten Köche der Gegenwart. Das El Bulli wurde zwischen 2002 und 2009 fünfmal zum besten Restaurant der Welt gekürt. Das Museum zum Konzept dieses kulinarischen Umbruchs und des Mannes, der sie zu verantworten hat, soll nächsten Monat eröffnen. »Was wir im El Bulli gemacht haben, unser bleibender Einfluss, bestand darin, neue Techniken zu erfinden. Deren Wert bestand nicht in den Techniken selbst, sondern darin, Horizonte zu erweitern«, sagt Adrià der »Times«. »Das war es, was wir taten: Wir erklärten den Leuten, dass Kochen alles ist, was man will.« Heute interessiere ihn das Zubereiten von Speisen überhaupt nicht mehr, schon gar nicht für Geld, schreibt die »Times«. In dem El-Bulli-­Museum kann man den Gastraum und die legendäre Küche begehen, Fotos und Notizen anschauen, die die von Adrià patentierten 1846 Gerichte illustrieren und Gemälde zur Geschichte des Kochens vom Ex-Koch persönlich bewundern. Essen und Trinken ist in den Räumlichkeiten allerdings verboten, nur Wasser erlaubt.

ks
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