Film - DER SPIEGEL
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Film

• aus DER SPIEGEL 20/1972
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Ein Motorrad-Unfall hatte den Regisseur Jean-Luc Godard vor Jahresfrist arbeitsunfähig gemacht. Jetzt ist der einstige Anführer der »Neuen Welle«, der nach den Pariser Mai-Unruhen von 1968 nur noch Agitprop-Filme herstellte, wieder ins Kommerz-Kino heimgekehrt. In sechs Pariser Theatern läuft »Tout va bien« (Alles geht gut), in dem Godard, krasser noch als in früheren Filmen, die eigene Problematik zum Thema macht. Der Hauptdarsteller (Yves Montand) ist, wie Godard, ein Werbefilmer, der als intellektueller Parteigänger der Mai-Revolutionäre resigniert: »Entweder geht man zu den Kommunisten zurück oder man bleibt allein.« Partnerin Jane Fonda, die wie Montand ohne Gage spielt, leidet als US-Reporterin an Berufsneurosen: »Im Stil der CBS«, so unterbricht sie eine Sozialreportage, »kann man nicht ausdrücken, was ich ausdrücken will.« Der Film, der von den Chefs der Produktionsfirma Gaumont ohne Drehbuch-Lektüre akzeptiert wurde, zeigt mit statischen Einstellungen, langen Monologen und in perfekt-schonen Bildern, daß Godard wie sein Film-Held »angefangen hat, sich historisch zu deuten«.

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