Film: Teures »Urbs«-Nachspiel
Linken Filmern geht- es ans Leder -- und ans Portemonnaie. Neuester Eklat: Letzte Woche wurde der Berliner Regisseur Horst Schwaab, 36, verurteilt, den
Produktions-Zuschuß
(15 000 Mark) zu seinem Film »Klassenziel« an den Auftraggeber, die Stadt Wuppertal, zurückzuzahlen. Vorgeschichte: Schwaab, Absolvent der Berliner Film- und Fernseh-Akademie, hatte vor vier Jahren für die Wuppertaler Kulturwoche »Urbs 71«, auftragsgemäß und ohne inhaltliche Auflagen, einen Film über Schülerprobleme gedreht. Weil den Wuppertalern der Film plötzlich »einseitig« und nicht »pluralistisch« genug erschien, fühlten sie sieh an den Vertrag nicht mehr gebunden und forderten ihr Geld zurück. Ähnlich erging es Schwaabs »Urbs«-Kollegen Oimel Mai und Peter Krieg, die Filme über Lehrlinge und die Frau am Arbeitsplatz geliefert hatten. Die Filmer stehen durch die Rückforderung vor dem finanziellen Ruin. leisten sie den Offenbarungseid, riskieren sie praktisch ihre Existenz: Sie bekommen keine Bankbürgschaft mehr und, als Folge, keine Aufträge.