Kino in Kürze »Fisimatenten«.
Wann ist ein Gemälde fertig? Der Hamburger Maler und Filmemacher Jochen Kuhn, 45, will die fatale Frage umgehen. Er hat ein Trickverfahren entwickelt, bei dem man allen Phasen der Entstehung eines Gemäldes zusieht. Bisher hat Kuhn so Kurzfilme gedreht, jetzt wagt er einen Spielfilm, in dem - leider - nur noch sporadisch gestrichelt wird. Hauptfigur: ein junger Maler (Tonio Arango), der an einer Art Staffelei-Tagebuch arbeitet, das er aus Angst vor der Fertigstellung immer wieder übermalt. Das macht sein Werk leider unverkäuflich; dabei wäre der Maler so gern ein praktisches Mitglied der Gesellschaft und versucht sich schließlich als Banker. »Fisimatenten« persifliert den Kreativkreislauf aus Maler, Galerist, Modell und Mäzen und erörtert mit sympathisch-kauziger Hartnäckigkeit den Sinn echter Kunst in einer Zeit, die nach Fälschungen schreit. Dass Kuhns Film selbst den Charme des Dilettantisch-Unfertigen ausstrahlt, wirkt dabei nur einleuchtend.