Gelehrtenrepublik ohne Brückner - DER SPIEGEL
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Gelehrtenrepublik ohne Brückner

• aus DER SPIEGEL 18/1981
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Im »deutschen Herbst« 1977 wurde der Hannoveraner Psychologie-Professor Peter Brückner (heute 59) vom niedersächsischen Minister für Wissenschaft und Kunst, Eduard Pestei (CDU), »vorläufig« seines Dienstes enthoben. Der Grund: Brückner hatte, als einer unter 48, den schnoddrigen »Nachruf« des inzwischen legendären Göttinger »Mescalero« auf den gewaltsamen Tod des Generalbundesanwalts Buback neu herausgegeben -- und sich anschließend geweigert, eine »Staatstreue«-Erklärung seines Dienstherrn zu unterschreiben. Das gegen Brückner verhängte Uni-Hausverbot wurde letzten Monat aufgehoben, eine andere »vorläufige« Maßnahme Pestels aber geht mittlerweile ins achte Semester: Bis heute ist es dem Hochschullehrer untersagt, Studenten zu unterrichten. Nun ist unter dem Titel »Zum Beispiel Peter Brückner. Treue zum Staat und kritische Wissenschaft« (Europäische Verlagsanstalt) ein von Alfred Krovoza, Axel R. Oestmann und Klaus Ottomeyer herausgegebenes Buch erschienen, in dem namhafte Autoren des In- und Auslandes die »Verbannung« ihres Kollegen aus der »Gelehrtenrepublik« verurteilen. Eine Solidaritätsadresse gegen den Versuch, »Brückners moralische und wissenschaftliche Existenz zu vernichten« (Jürgen Habermas). Überdies ein Gesellschaftsporträt: '"Ordnung muß sein.' In dieser Redewendung hat sich deutsche Geschichte abgelagert.«

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