Genialer Griff in die Natur - DER SPIEGEL
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AUSSTELLUNGEN Genialer Griff in die Natur

• aus DER SPIEGEL 3/2002
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Der Himmel nimmt besonders viel Platz bei ihm ein, und Wolken scheinen ein mächtiges Eigenleben zu führen: Auf den Bildern des niederländischen Malers Jacob van Ruisdael (1628/29 bis 1682) schweben sie in imposanten Formationen über flache Landschaften. Menschen und Häuser wirken dagegen so winzig, als hätte der Haarlemer Künstler schon im 17. Jahrhundert im Flugzeug gesessen und aus der Höhenperspektive die Miniaturhaftigkeit ganzer Städte kennen gelernt. Seine Ansichten sind auf beeindruckende Weise realistisch - obwohl es ihm nicht reichte zu malen, was die Wirklichkeit vorgab. In seinem Atelier komponierte er aus Feldern, Bäumen, Mühlen und Kirchtürmen eindrucksvolle Landschaften, die nicht ganz authentisch waren, deren Atmosphäre aber die Idyll- und Melancholiestimmungen der späteren Romantiker vorwegnimmt. Einer seiner größten Fans war Goethe, der 1813 schrieb, Ruisdael habe seine Motive »glücklich aus der Natur gegriffen« und »durch den Gedanken erhöht«. Eine Schau in der Hamburger Kunsthalle will beweisen, wie revolutionär das Frühwerk des Licht- und Raumdramaturgen war (17. Januar bis 1. April). Die Bilder sind Millionen wert - wenn sie denn echt sind. In der Schau wird auch eine Auswahl umstrittener Gemälde gezeigt.

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